Grüne fordern Jahresticket um 99 Euro. Grüne wollen öffentlichen Verkehr deutlich billiger machen. Vor 2021 wird das aber kaum passieren.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. November 2019 (06:08)
Die Attraktivierung des CityBusses ist ein politischer Dauerbrenner in Amstetten. Vor 2021 sind kaum Verbesserungen zu erwarten.
NOEN, Anton Kovacs

„Die Parksituation beim Bahnhof ist für die Pendler derzeit wieder katastrophal. Ab acht Uhr sind beide Parkhäuser total voll“, sagt Grüngemeinderätin Sarah Huber. Die Stadt werde nicht darum herumkommen, ein drittes Parkhaus zu bauen, vor allem gelte es aber, Pendler zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr zu motivieren. „Wenn wir zumindest die Amstettner dazu bewegen könnten, mit dem Bus zum Bahnhof zu fahren, dann wäre schon viel erreicht.“

Dazu bedürfe es aber, so Huber, endlich einer deutlichen Attraktivierung des Citybusses. Vor allem gelte es die Fahrzeiten auszuweiten. „In der Früh muss der Bus ab 5.30 Uhr fahren und am Abend bis mindestens 20.30 Uhr. Außerdem müssen wir den Takt in den Stoßzeiten auf 15 Minuten verdichten“, verlangt die Grünmandatarin. Sie kritisiert aber auch die Fahrpreise. 365 Euro für ein Jahresticket sei viel zu teuer. „In anderen Städten steht um denselben Preis ein viel größeres Netz zur Verfügung. Wir fordern für Amstetten daher ein Jahresticket um 99 Euro“, sagt Huber.

Notwendig ist aus ihrer Sicht auch eine gezielte Anbindung der Ortsteile ans Citybusnetz. „Wir brauchen direkte Linien nach Mauer und Hausmening. Denn wenn ein Bus zu lange unterwegs ist, fahren die Leute erst wieder mit dem Auto.“

Planungen durch die Firma Komobile

Die Stadt müsse in Vorleistung treten und mehr Geld in den öffentlichen Verkehr stecken. „Nur durch Verbesserungen bringen wir mehr Leute dazu, den Citybus zu nutzen, was ja dann wiederum die Kosten für die Stadt reduziert.“

SPÖ-Verkehrsprecher Bernhard Wagner verweist auf die Studie und die weiterführenden Planungen, die die Stadt beim Verkehrsplanerbüro Komobile in Auftrag gegeben hat, um Verbesserungen beim CityBus- und Anruf-Sammeltaxi-System zu erreichen. Das könne eine Ausdehnung der Betriebszeiten in den Morgen- und Abendstunden, eine Änderung der Linienführung und eine Aufstockung des Wagenmaterials ebenso bedeuten wie die Einbindung der Ortsteile und eine bessere Einbindung des Bahnhofes Amstetten. „Wenn wir das Ergebnis vorliegen haben, werden wir prüfen, welche Änderungen ohne sofortige Neuausschreibung möglich sind. Alles andere wird sowieso einen größeren Zeitrahmen benötigen. Wir werden aber sicher nach Ende des laufenden Vertrags im Jahr 2021 für Veränderungen bereit sein.“

Das von den Grünen geforderte 99-Euro-Jahresticket will Wagner nicht kommentieren. „Es wäre unseriös, jetzt über Kosten zu reden. Wenn die Daten vorliegen, werden wir sehen, ob sich die Stadt das leisten kann.“

Für ÖVP-Verkehrssprecher Markus Brandstetter wird der CityBus weiterhin ein zentrales Puzzleteil in der Mobilität Amstettens sein. „Wir brauchen aber in Sachen Verkehr eine Gesamtstrategie, die in der Gemeinde noch fehlt. Mobilität und Stadtentwicklung werden darum ein zentraler Arbeitspunkt der Volkspartei Amstetten für die kommenden Jahre“, versichert der Gemeinderat. Die Staus innerhalb Amstettens zeigten, dass es höchst an der Zeit sei, mit Einbindung der Bürger an Lösungen zu arbeiten.

NEOS-Mandatar Roman Kuhn fordert eine bessere Abstimmung des CityBusses mit den Abfahrtszeiten der Züge und eine gemeindeinterne Entflechtung der Zuständigkeit für den öffentlichen Verkehr, die derzeit ja auf mehrere Abteilungen verteilt sei.

Verkehrsstadträtin Brigitte Kashofer (Alternative für Amstetten) betont, dass sich der Verkehrsausschuss schon des Öfteren mit dem CityBus beschäftigt habe, zuletzt im September. „Mein ganz besonderes Anliegen ist es, dass die Fahrzeiten des CityBusses an die Taktzeiten von ÖBB und Westbahn angepasst werden. Mit diesem Schritt könnten wieder mehr Pendler den CityBus nützen und wir damit auch gleichzeitig die Parkhäuser entlasten“, erklärt Kashofer.

Es sei im Ausschuss auch schon beschlossen worden, die Betriebszeiten am Morgen und am Abend auszuweiten. „Um diese Verbesserungen umsetzen zu können, ist auch der Ankauf eines zusätzlichen Fahrzeuges angedacht. Die Firma Komobile soll demnächst ihre Planungen vorstellen“, sagt Kashofer.