Covid-Welle nach Landjugend-Party in Behamberg

80 Corona-infizierte Jugendliche, die bei „Final Fall“-Party in Behamberg feierten. 7-Tage-Inzidenz im Bezirk bei 367.

Aktualisiert am 19. Oktober 2021 | 14:39
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Foto: Kichigin, Shutterstock.com

„Final Fall“ hieß die Party der Landjugend am 2. Oktober in Behamberg, die nun die Gesundheitsbehörde im Bezirk auf Trab hält. Denn auch, wenn beim Fest die 3G-Regel galt und beim Eintritt kontrolliert wurde, waren unter den Jugendlichen, die dort in engem Kontakt feierten, offensichtlich infizierte Personen. Die Folge davon: Es geht eine Corona-Welle durch den Bezirk, die die 7-Tage-Inzidenz 389,4 (Stand Dienstag) hinaufschnellen ließ.

Der Behörde fiel schon in der Vorwoche eine Häufung von Infektionen bei Personen unter 20 Jahren auf und das Contakt-Tracing brachte eine Mitarbeiterin auf die richtige Spur. „Wir haben die Jugendlichen dann nochmals kontaktiert und sie haben uns bestätigt, dass sie bei der Party der Landjugend in Behamberg dabei waren. Leider aber erst auf Nachfrage und nicht beim ersten telefonischen Kontakt. Dadurch haben wir viel Zeit verloren, in der sich das Virus ausbreiten konnte“, sagt Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer. Inzwischen sind schon fast 80 Jugendliche, die beim „Final Fall“ feierten, mit Corona infiziert und die Behörde geht davon aus, dass sie mindestens eben so viele weitere Menschen angesteckt haben.

Die Covid-Welle, die in Behamberg ihren Ausgang nahm, läuft durch den ganzen Bezirk. „Denn es waren dort Jugendliche aus fast jeder Gemeinde“, sagt Gerersdorfer. Sehr wahrscheinlich dürfte sich diese auch in Oberösterreich ausbreiten, da auch Jugendliche aus Gemeinden des Nachbarbundeslands bei der Party anwesend waren. „Ich habe Autokennzeichen aus den Bezirken Perg, Linz-Land und auch Scheibbs gesehen“, erklärt Behambergs Bürgermeister Karl Stegh, der sich die Situation vor Ort genau angesehen hatte und der Landjugend keinen Vorwurf macht.

Ortschef stellt sich hinter die Landjugend

„Sie haben alle Auflagen erfüllt, die 3G-Nachweise gescannt und die Registrierung gemacht“, stellt sich der Ortschef hinter die Landjugend. Weil der Zulauf zur Veranstaltung extrem groß war, habe man knapp eine Stunde nach Beginn der Veranstaltung beschlossen, keine weiteren Gäste mehr zuzulassen. „Da wären noch 500 bis 600 Leute gewesen, die wir wieder heimgeschickt haben“, erklärt Stegh. Zudem hatte die Polizei eine zusätzliche Streife für die Veranstaltung abgestellt, die Zertifikate wurden von Securitys geprüft. Auch bei der Landjugend selbst ist man sich keiner Schuld bewusst. „Wir haben von unserer Seite versucht, alles richtig zu machen, weil man will ja nicht, dass ein Cluster rauskommt“, erklärt Leiterin Sophie Tatzreiter. Dass sich Besucher mit gefälschten Zertifikaten Eintritt verschafft haben könnten, kann sie sich ebenso vorstellen wie Bürgermeister Karl Stegh.

Der Cluster hat auch Auswirkungen auf die Schulen. „Speziell betroffen sind vor allem die höheren Schulen. Da sind zwar nicht gleich die ganzen Klassen gesperrt, aber wir haben viele Jugendliche in Quarantäne und auch viele, die K2 sind und nur mit Maske die Schule besuchen können“, sagt Bezirkshauptfrau Gerersdorfer. Betroffen sind aber auch die Pflichtschulen. So sind in der Behamberger Nachbargemeinde Haidershofen beide vierten Klassen der NÖMS zu Hause.

Mit Stand Montag waren im Bezirk insgesamt 622 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, 1.042 waren abgesondert.

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