Corona-Demonstrant wollte Polizist beißen: 8 Monate Bewährung

Erstellt am 06. April 2022 | 19:22
Lesezeit: 3 Min
Polizei Symbolbild
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Foto: Adamsov studio/Shutterstock.com
Mob zog bei unangemeldetem "Spaziergang" gegen die Pandemiemaßnahmen im Jänner durch Wohnsiedlung. Ein 51-jähriger Maskenverweigerer griff Beamte tätlich an und wehrte sich gegen Festnahme: Bewährung und saftige Geldstrafe.
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Am 12. Jänner 2021 marschierten etwa hundert Demonstranten vom Gemeindeamt aus am Abend grölend durch die Marktgemeinde, um bei einem nicht angemeldeten „Spaziergang“ ihrem Ärger gegen die Corona-Maßnahmen Luft zu verschaffen. Die Stimmung war aufgeheizt, viele der Teilnehmer waren aggressiv und gewaltbereit. Als die Polizei eine festgenommene Frau im Auto wegbringen wollte, kesselte die Menge den Wagen ein.

Einer der Rädelsführer dieser Blockade muss sich nun vor dem Landesgericht St. Pölten verantworten. Der 51-Jährige aus dem Bezirk soll Beamte tätlich angegriffen und sich vehement gegen die Festnahme gewehrt haben.

Laut Aussagen der Beamten soll der angeklagte Landwirt andere lautstark angestachelt und das Polizeiauto blockiert haben. Einer der Polizisten stieß ihn zur Seite, woraufhin der 51-Jährige Maskenverweigerer einen Beamten in den Rücken stieß. Bei der Festnahme, die auf Video aufgezeichnet wurde, wehrte sich der Angeklagte, befreite sich aus dem Griff, versuchte den Schlagstock des Beamten herauszuziehen und klammerte sich an dessen Bein. Mehrere Beamte waren notwendig, um ihn zu bändigen und den Mob fernzuhalten. Als dies gelang, wurde der Maskenverweigerer ins Auto verfrachtet, wo er versucht haben soll, einen Beamten in die Hand zu beißen.

Der Angeklagte bekennt sich vor dem Richter nur teilweise schuldig.
„Ich empfand die Festnahme als ungerecht, weil ich nichts gemacht habe. Im Wagen hab ich mich gewehrt, weil ich eine Handverletzung habe und da sehr empfindlich bin. Ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen, ich versuche ja nicht aus Spaß zu beißen“, lautet die Erklärung des bisher Unbescholtenen.

Der Verteidiger beantragt daraufhin ein medizinisches Gutachten eines Orthopäden, das beweisen soll, dass der Angeklagte durch eine Handverletzung ein erhöhtes Schmerzempfinden hat. „Und der Arzt soll bestätigen, dass man dann Beamte beißen muss?“, zeigt sich der Richter unbeeindruckt und schmettert den Antrag damit ab.

Der wohlhabende 51-Jährige wird zu acht Monaten auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 16.800 Euro verurteilt.

„Sie sind an diesem Abend völlig entglitten und waren nur auf Radau aus. Dass ein Mann ihres Alters derart aggressiv gegen Polizeibeamte vorgeht ist außergewöhnlich und auch, dass sie trotz erdrückender Beweislast kaum Verantwortung übernehmen und alles nur herunterspielen“, begründet der Richter das nicht rechtskräftige Urteil.

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