Corona: Was passiert, wenn jemand Infiziert ist. Ardagger ist im Bezirk Amstetten die Gemeinde mit den derzeit meisten Infizierten und vielen Menschen, die vorsorglich in häuslicher Quarantäne sind. Für Bürgermeister Hannes Pressl ist es sehr wichtig, dass seine Bürger wissen, was vor sich geht. In seinem Blog klärt er auch darüber auf, wie die Behörden agieren, wenn jemand infiziert ist oder mit Infizierten in Kontakt gekommen ist.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 17. März 2020 (21:30)
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Corona Coronavirus Symbolbild
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Da diese Information natürlich für die gesamte Bevölkerung von Interesse ist, gibt die NÖN sie gerne weiter: In Ardagger sind derzeit Menschen aus zwei Gründen per Bescheid zu Hause.  

Einerseits, weil sie tatsächlich infiziert und erkrankt sind (das ist die weitaus kleinere Zahl) oder andererseits, weil sie ansteckungsverdächtig sind (das sind diejenigen, die zwar nicht erkrankt sind, aber mit einer infizierten Person Kontakt hatten, deren Krankheit erst nachträglich erkannt wurde) .

Wer krank ist, oder befürchtet, sich angesteckt zu haben, sollte die Nummer 1450 anrufen. Dort wird abgefragt, ob die Symptome tatsächlich auf eine Infektion hindeuten. Wenn ja, wird eine Testung in die Wege geleitet, die zumeist zuhause beim Betroffenen vorgenommen wird. 

Wenn die Testung positiv ist, wird der Kranke persönlich informiert und und bekommt einen Bescheid der BH mit dem ihm für eine bestimmte Zeit häusliche Quarantäne auferlegt wird, samt verschiedenen Regeln, die eingehalten werden müssen. Damit diese "Absonderung" wieder aufgehoben wird, sind zwei zeitlich unabhängige Tests notwendig, die negativ verlaufen müssen. 

Infizierte werden aufgefordert, jene Personen zu nennen, mit denen sie so engen Kontakt hatten, dass eine Ansteckung erfolgt sein könnte. Die Bezirksverwaltungsbehörde erhebt diesen Personenkreis mit dem Infizierten gemeinsam und ersucht dabei auch um schonende Vorinformation der Betroffenen durch den Kranken. Alle als potenziell gefährdet erkannten Personen erhalten dann von der Behörde einen Absonderungsbescheid, der grundsätzlich für 14 Tage ausgestellt ist. Die Betreffenden müssen  also 14 Tage lang in ihrer eigenen Wohnung in Quarantäne gehen, auch wenn sie keine Krankheitssymptome aufweisen. 

Der von der Behörde ausgestellte Bescheid sagt grundsätzlich aus:

  • dass eine Absonderung aufgrund des hohen Infektionsrisikos (Hoch-Risiko-Exposition) mit der Lungenerkrankung 2019-nCoV (laut WHO COVID-19) in der eigenen Wohnung angeordnet wird
  • dass dabei die Wohnung nicht verlassen werden darf
  • dass der Gesundheitszustand bis zum Tag 14 nach dem letzten kontagiösen Kontakt zu beobachten ist indem zumindest auch zwei Mal täglich Fieber gemessen wird
  • dass beim Auftreten von Krankheitssymptomen wiederum die Gesundheitsberatung unter der Tel. Nummer 1450 zu verständigen ist
  • dass im Falle einer zwischenzeitlich benötigten hausärztlichen Versorgung die Notrufnummer 144 zu wählen ist
  • dass eine allfällige stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus unverzüglich der BH zu melden ist.