Aschbachs Bürgermeister will „aufeinander zugehen“

Erstellt am 05. Januar 2022 | 04:30
Lesezeit: 2 Min
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Martin Schlöglhofer.
Foto: KAG Sengstschmid
Bürgermeister Martin Schlöglhofer verzichtet künftig auf Facebook und plädiert für direkte Gespräche mit Impfgegnern.
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Bürgermeister Martin Schlöglhofer hat seinen Facebook-Account stillgelegt. „Ich habe beschlossen, es einmal ohne zu probieren, weil Facebook aus meiner Sicht ohnehin ein Zeitfresser ist – und vor allem in der Corona-Frage hauptsächlich für politische Botschaften in beide Richtungen missbraucht wird“, sagt der Ortschef. Seiner Ansicht nach täte es den Menschen und damit der Gesellschaft insgesamt gut, wieder mehr direkt miteinander zu reden statt über die sozialen Netzwerke. „Wir sind in einer Situation, die es dringend erfordert, dass wir aufeinander zugehen. Ich glaube zwar persönlich auch, dass die Impfung die einzige Möglichkeit ist, um aus der Krise herauszukommen, aber man kann da nicht mit der harten Keule über Menschen drüberfahren“, betont der Aschbacher Bürgermeister.

Die Impfpflicht bewirke eine zunehmende Radikalisierung, die ihm große Sorgen bereite. „Die demokratischen Entscheidungsträger im Bund sollten überlegen, ob es nicht Sinn machen würde, da einen Schritt zurückzumachen und zu deeskalieren. Das wäre keine Schwäche, sondern ein Aufeinander-Zugehen. Und gerade das brauchen wir in dieser Zeit dringend“, sagt Schlöglhofer.

Er selbst habe zwar eine klare Meinung zum Thema Impfen, versuche aber, sich möglichst neutral zu verhalten und im persönlichen Gespräch seinen Standpunkt zu vertreten. „Ich bin der Letzte, der in dieser angespannten Situation jemand etwas aufzwingen will.“

Auch in Aschbach kam es zuletzt immer wieder zu Aktionen und Protestkundgebungen gegen die Impfpflicht.

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