Coronaprotest: Zwischenstation in Amstetten

Unter dem Titel „Trauermarsch – ohne Perspektive, gemeinsam in eine Richtung“ machten sich am Freitag zwei Salzburger zu Fuß auf den Weg nach Wien. Heute machten sie in Amstetten Zwischenstation.

Peter Führer
Peter Führer Erstellt am 04. Mai 2020 | 15:07
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Christoph Haider (Fitnessstudio FitFam), Erik Schnaitl und Dominik Schilcher (von links) bemängeln Perspektivenlosigkeit für kleine und mittlere Unternehmer anlässlich der Coronakrise.
Foto: Peter Führer

„Wir wollen mit diesem Trauermarsch auf die derzeitige Perspektivenlosigkeit für viele kleine und mittlere Unternehmen und Ein-Personen-Unternehmen hinweisen“, betonen Gastronom Dominik Schilcher und Mediator Erik Schnaitl.

Sie sind gemeinsam seit Freitag von Salzburg Richtung Wien unterwegs. Täglich legen die beiden etwa 50 Kilometer zurück. Den Großteil davon zu Fuß, einen Teil mit dem Fahrrad. Mit dabei haben sie Wünsche, Anregungen und Zukunftsperspektiven der Bevölkerung, die in einem „Sarg“ transportiert werden.

Man könne nicht zusehen, wie die Krise zu wirtschaftlichem Ruin führe. Die von der Regierung angebotene Hilfe werde von vielen Menschen als unpassend, bürokratisch und viel zu langsam wahrgenommen, lautet die Kritik. „Die Menschen fühlen sich auf sich alleine gestellt, müssen teilweise hohe Vorleistungen erbringen und sehen keine Perspektive für die Zukunft. Hoffnungslosigkeit macht sich breit“, betonen die beiden Salzburger. Auf dem Weg nach Wien habe man bereits viel Zuspruch aus der Bevölkerung erhalten.   

"Sitzen alle im selben Boot"

Gestern waren die zwei Aktivisten in St. Peter unterwegs und nächtigten im Gasthof Schoißengeyr. Dort nahm Herbert Hochwallner vom Unabhängigen Bauernverband mit den beiden Kontakt auf. „Wir sitzen alle im selben Boot und haben uns über Themen der Gastronomie, Hotellerie und die Bedeutung regionaler Landwirtschaft ausgetauscht“, verrät Hochwallner. 

Heute, kurz nach 13 Uhr, erreichten Schnaitl und Schilcher das Fitnessstudio FitFam in der Arthur-Krupp-Straße in Amstetten. Dessen Inhaber Christoph Haider hatte ja angekündigt, trotz Verbotes aufgrund der Corona-Maßnahmen sein Studio aufsperren zu wollen. Dabei besprachen Schilcher, Schnaitl und Haider ihre gemeinsamen Sorge und Wünsche.  

Für Donnerstag, 14 Uhr, ist die Ankunft vor dem Bundeskanzleramt in Wien geplant. „Wir laden hier alle ein, mit uns mitzugehen und auch ihre Anliegen vorzubringen“, so Schnaitl und Schilcher weiter. Mehr zur Aktion und den Ideen der beiden Aktivisten gibt es unter Facebook auf der Seite Trauermarsch BKA.