Bezirk Amstetten: Impfen bei den Ärzten. Impfzentren schränken Betrieb ein und schließen am 15. August. Auch das Testangebot im Bezirk wird weiter reduziert.

Von Claudia Christ und Hermann Knapp. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:14)
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Gemeindebundobmann Hannes Pressl: „Virus wird uns wohl bleiben.“
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Derzeit sind rund eine Million Menschen in NÖ einmal gegen Corona geimpft. Das sind knapp 60 Prozent der impfbaren Bevölkerung. Werden die jetzt noch gebuchten Termine eingehalten, wird die Durchimpfungsrate Mitte August bei 70 Prozent liegen. Da dann der Andrang auf die Impfzentren spürbar nachlassen dürfte, stellt das Land deren Betrieb mit 15. August ein.

„Die Impftage werden bereits in dieser Woche in den Impfzentren des Mostviertels auf vier Tage reduziert, nächste Woche dann auf drei Tage“ Stefan Spielbichler, Notruf NÖ

„Die Impftage werden bereits in dieser Woche in den Impfzentren des Mostviertels auf vier Tage reduziert, nächste Woche dann auf drei Tage“, erklärt Stefan Spielbichler vom Notruf NÖ. In Zahlen heißt das konkret: In Wieselburg werden diese Woche 1.400 Personen ihren Pieks erhalten. In Amstetten sind es knapp 5.000, in Melk 2.700 Personen.

In Zeiten des Vollbetriebes waren die Zahlen mit 1.600 (Wieselburg), 5.800 (Amstetten) und 3.300 (Melk) noch vergleichbar höher. „Wir haben genügend Impfstoff und hoffen, dass sich jetzt noch viele Spätentschlossene anmelden“, appelliert Spielbichler. Die Impfung sei im Gegensatz zur Gefahr zu erkranken mit wenig Risiken verbunden. „Zumal sich der Impfstoff im Körper in wenigen Wochen wieder abbaut.“

Die weiteren Impfungen sollen die niedergelassenen Ärzte übernehmen. Die Anmeldung kann bei ihnen oder über die Anmeldeplattform www.impfung.at laufen.

„Man wird dort alle Ärzte aufgelistet haben und auch sehen, welcher Mediziner welchen Impfstoff anbietet“ Hannes Pressl

„Man wird dort alle Ärzte aufgelistet haben und auch sehen, welcher Mediziner welchen Impfstoff anbietet“, sagt Gemeindebundobmann Hannes Pressl. Das Mostviertel hinkt mit der Durchimpfungsrate dem Landesschnitt hinterher. In Amstetten haben bislang 54,6 Prozent der impfbaren Bevölkerung den ersten Stich erhalten, im Bezirk Melk 55,3 Prozent. Die geringste Rate weist der Bezirk Scheibbs mit 52 Prozent auf (siehe Infobox).

Für Pressl ist es durchaus denkbar, dass nun auch die Kommunen aktiv werden und „Impfen ohne Anmeldung“ anbieten. „Für Ardagger könnte ich mir vorstellen, dass wir einmal drei Stunden an einem Vormittag am Gemeindeamt impfen oder auch in einem Gasthaus, oder vielleicht startet auch ein Verein eine Impfaktion.“

„Das Virus wird uns wohl bleiben“ Hannes Pressl

Es gehe darum, die jungen Leute anzusprechen, die bislang aus verschiedensten Gründen keinen Impftermin gebucht haben. „Da müssen wir Informations- und Aufklärungsarbeit leisten. Denn das Virus wird uns wohl bleiben“, sagt Pressl.

Weiter reduzieren wird sich im Bezirk Amstetten im August das Testangebot. „Wir haben jetzt Teststraßen, wo in ein paar Stunden nur 20 oder 30 Leute zum Testen kommen, da ist der Aufwand zu hoch. Wir bitten die Leute daher, zu den größeren Teststraßen zu gehen.“ Dass Apotheken und Ärzte künftig auch PCR-Tests anbieten, hält Pressl für eine sinnvolle Lösung. „Denn da braucht man im Hintergrund eine Laborinfrastruktur und die ist bei Ärzten und Apotheken über tagtägliche medizinische Logistikdienste gut angeschlossen.“