Neuer Cluster in Betreuungszentrum im Bezirk Amstetten. Behörde hat über BPZ Besuchsverbot verhängt. Lage im Bezirk nach wie vor angespannt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 24. November 2020 (08:35)
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Kichigin, Shutterstock.com

Ein neuer Cluster wurde am Wochenende aus dem Betreuungs- und Pflegezentrum Amstetten gemeldet. Dort sind neun Bewohner und 14 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. „Wir haben daraufhin ein Besuchsverbot verhängt und führen ein Screening durch. Das heißt, dass alle Bewohner und Mitarbeiter getestet werden“, sagt Bezirkshauptmannstellvertreter Markus Peham.

Angespannt ist nach wie vor auch die Lage im Landesklinikum Amstetten, wo derzeit 53 Coronapatienten betreut werden, 13 davon liegen auf der Intensivstation. Vier mit Covid-19 infizierte Menschen sind in der Vorwoche im Landesklinikum verstorben.

Genau 1.400 aktiv infizierte Personen meldete die Bezirkshauptmannschaft Montagmittag. 3.594 Personen befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Absonderung. Von einer Entspannung der Lage kann also nach wie vor keine Rede sein. Die 7-Tage-Inzidenz (laborbestätigte Fälle pro 100.000 Einwohner der letzten sieben Tage) lag im Bezirk am Montag bei 721,8 und damit deutlich höher als in den meisten anderen Regionen des Landes mit Ausnahme des Bezirks Scheibbs mit 852,4.

Entspannung erst zum Wochenende erwartet

„Bei uns ist da auch der Einfluss des oberösterreichischen Raumes zu spüren, wo es ja viele Infektionen gibt, und es hat sicher das Allerheiligen-Wochenende nachgewirkt, an dem es offenbar vermehrt zu Ansteckungen gekommen ist. Am Wochenende haben sich die Zahlen zwar stabilisiert, bis wir allerdings den harten Lockdown spüren, wird es wohl noch bis zum kommenden Wochenende dauern“, erklärt Peham. Rund 80 Personen – mit Unterstützungspersonal – sind auf der BH derzeit im Contact-Tracing im Einsatz.

Im Pflege- und Betreuungszentrum in St. Peter in der Au, wo sich in den letzten Wochen ja zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter angesteckt haben, scheint sich indessen die Lage nun doch etwas zu entspannen. Derzeit sind noch fünf Bewohner und drei Bedienstete infiziert. In der Vorwoche sind allerdings zwei weitere Personen in Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Insgesamt gab es in der Gemeinde seit Beginn der Pandemie also schon 17 Todesopfer.

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Bürgermeister Johannes Heuras dankte den Mitarbeitern des Pflege- und Betreuungszentrums St. Peter in der Au mit einem Frühstücks- sackerl.
NÖAAB

Voll des Lobs für die Mitarbeiter des PBZ ist Bürgermeister Johannes Heuras. „Sie waren in den letzten Wochen besonders gefordert. Ich möchte Ihnen daher meinen Dank aussprechen“, sagt der Ortschef. Als kleines, aber sichtbares Zeichen der Aufmerksamkeit hat er in seiner Funktion als ÖAAB-Obmann 140 Frühstücksschachteln an die Bediensteten verteilt – mit einem Kipferl vom heimischen Bäcker und einem gesunden Apfel von der heimischen Produzentin.

Derzeit aktiv infizierte Personen in den Gemeinden des Bezirks (soweit bekannt):

  • Amstetten: 261
  • Allhartsberg: 29
  • Aschbach: 60
  • Ardagger: 44
  • Behamberg: 49
  • Biberbach: 25
  • Ertl: 22
  • Ernsthofen: 22
  • Euratsfeld: 50
  • Ennsdorf: 32
  • Ferschnitz: 21
  • Haag: 72
  • Haidershofen: 37
  • Hollenstein: 25
  • Kematen: 23
  • Neuhofen: 31
  • Neustadtl: 36
  • Oed-Öhling: 22
  • Opponitz: 2
  • St. Georgen am Ybbsfelde: 32
  • St. Georgen am Reith: 8
  • St. Pantaleon-Erla: 53
  • Seitenstetten: 42
  • St. Peter in der Au: 72
  • St. Valentin: 129
  • Sonntagberg: 34
  • Strengberg: 17
  • Viehdorf: 37
  • Waidhofen: 93
  • Wallsee: 48
  • Weistrach: 28
  • Winklarn: 22
  • Wolfsbach: 24
  • Ybbsitz: 25
  • Zeillern: 35

Stand: 23.11.