Wieder neue Infektionsfälle: 17 Erkrankte in Amstetten. Wie Bürgermeister Christian Haberhauer am Donnerstagnachmittag bekannt gab, ist die Zahl der Erkrankten in Amstetten inzwischen auf 17 gestiegen. Im Bezirk dürften derzeit insgesamt 110 Infektionsfälle vorliegen. Das wären gegenüber gestern um 13 Viruspatienten mehr.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 26. März 2020 (16:23)
Amstettens Bürgermeister Christian Haberhauer bittet die Bevölkerung, weiterhin Ruhe zu bewahren. Foto: Knapp
Knapp

Der Amstettner Bürgermeister bekommt von der Entschleunigung, von der vielfach die Rede ist, nichts zu spüren. Sein Arbeitstag ist lang und dreht sich hauptsächlich um das Coronavirus.

Eine wichtige Frage, die es in den letzten Tagen zu beantworten galt, war, wie die über 600 Mitarbeiter während der Krise beschäftigt werden können. "Im Gegensatz zu Wirtschaftsunternehmen können wir ja keine Kurzarbeit beantragen - auch nicht in den ausgelagerten Betrieben wie den Stadtwerken und den Amstettner Veranstaltungsbetrieben", berichtet der Stadtchef.

Gemeinsam mit der Personalvertretung habe man versucht eine Mischung zwischen Arbeit, Überstundenabbau und Urlaub zu finden.  "Schlüsselpositionen sind natürlich nach wie vor besetzt und auch bei den Stadtwerken wird darauf geschaut, dass die Versorgung der Haushalten sicher gestellt ist", betont Haberhauer. Auch die Bauhofmitarbeiter würden unabdingbare Arbeiten im Außenbereich natürlich erledigen.

Homeoffice ist im Bereich der Stadt nicht so einfach zu realisieren. "Es geht ja da zum Teil auch um sensible Daten, wo die Sicherheit gewährleistet sein muss. Die können wir nicht einfach freigeben. Aber das ist sicher ein Bereich, den man sich nach der Krise genauer anschauen muss", sagt Haberhauer.

"Was öfter kommt ist die Angst, dass Amstetten abgeriegelt werden könnte. Davon ist derzeit keine Rede."Stadtchef Haberhauer über oft gestellte Fragen an ihn

Lohnkosten einsparen kann Amstetten also trotz der Krise nicht, die Stadt muss im Gegenzug aber damit rechnen, dass heuer die Kommunalsteuereinnahmen (durch die Kurzarbeit in vielen Betrieben) und auch die Ertragsanteile geringer ausfallen werden.

"Was das für unser Budget und auch für geplante Projekte bedeutet, werden wir wohl erst im Mai abschätzen können. Es hängt natürlich stark davon ab, wie lange der jetzige Zustand andauert", erklärt der Stadtchef.

Was dem Bürgermeister fehlt, ist der persönliche Kontakt mit der Bevölkerung: "Ich führe zwar viele Telefonate, aber das ist natürlich kein Ersatz dafür." 

Täglich bekommt Haberhauer auch Dutzende Mails von Bürgern, die ihm ihre Sorgen mitteilen oder auch Fragen stellen. "Ich beantworte sie wirklich alle persönlich. Was öfter kommt ist die Angst, dass Amstetten abgeriegelt werden könnte. Davon ist derzeit keine Rede. Diese Entscheidung würde dann aber auch das Land treffen und nicht ich. Ich bekam kürzlich auch eine E-Mail mit der Frage, wer denn die Straßen in der Stadt desinfiziere? Das geschieht natürlich nicht und würde auch keinen Sinn machen. Es zeigt aber, wie groß die Verunsicherung der Menschen ist. Es ist daher wichtig, beruhigend auf sie einzuwirken", sagt der Bürgermeister.   

Er bittet die Amstettner auch weiterhin die Anweisungen der Regierung zu befolgen. "Wobei ich sagen muss, dass die Leute in der Stadt ohnehin sehr diszipliniert sind. Ich möchte allen danken, die dazu beitragen, dass die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird. Auch der Zusammenhalt in der Bevölkerung ist groß und es gibt viele Menschen, die freiwillig ihre Hilfe anbieten."