Vor dem Klicken das Hirn einschalten. Auch im Bezirk Amstetten tappen Benützer immer häufiger in Fallen im Internet. „Traummann“ betrog Frau aus dem Bezirk um 10.000 Euro.

Von Hermann Knapp und Peter Führer. Erstellt am 10. Oktober 2017 (05:34)
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Unvorsichtigkeit und Leichtgläubigkeit kann im Internet leicht zu einem bösen Erwachen führen. Foto: bilderbox
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Immer häufiger nützen Kriminelle die Möglichkeiten des Internets. Das bestätigt auch die Abteilung Konsumentenschutz der Arbeiterkammer.

„Generell steigt die Cyberkriminalität. Egal ob beim Phishing, also dem Versuch, an Kontodaten oder Kreditkarteninfos zu kommen, oder der Verbreitung von Schadsoftware. Wenn man verdächtige Mails bekommt, sollte man auf www.watchlistinternet.at nachschauen, ob und welche Betrugsmails im Umlauf sind. Diese Plattform dient zur Information, Prävention und als Meldestelle“, sagt Konsumentenberater Michael Dunkl.

„Bauchgefühl mit ins Spiel bringen“ 

Die Polizei warnt vor allem Jugendliche, keine verfänglichen Fotos zu posten, denn das Netz vergisst nicht.
Bildagentur Waldhäusl

Man solle zudem ein gesundes Bauchgefühl mit ins Spiel bringen, wenn man Mails von unbekannten Absendern erhalte. „Bei einer Nachricht, in der steht, ‚Ich habe Sie beim Entsorgen von illegalem Müll beobachtet. Im Anhang finden Sie die Bilder‘, ist gesundes Misstrauen angebracht. Im Zweifel auf keinen Fall den Anhang öffnen“, warnt Dunkl.

Ein weiteres Beispiel für die Kreativität der Täter nennt Martin Futterknecht, Experte für Internetkriminalität bei der Polizeiinspektion Amstetten:

Über eine Datingapp lernte eine Frau aus dem Bezirk ihren „Traummann“ kennen. Er schickte ihr Fotos von sich, versprach ihr die große Liebe und bat sie um 10.000 Euro, damit er Schulden zahlen und sie besuchen könne.

„Hundertprozentige Sicherheit gibt es auch mit einem Virenprogramm nicht.“Martin Pollak, Bezirksdatensicherer der Polizei

Die Frau überwies ihm das Geld per Western Union. Damit wurde die Geschichte für sie zum Albtraum. Denn sie sah weder ihre große Liebe noch das Geld jemals wieder. „Diese Betrüger operieren über Server, die in China oder Südamerika stehen und kaum nachzuverfolgen sind. Die Täter auszuforschen ist so gut wie unmöglich“, sagt Futterknecht.

Die Opfer werden meist auf der Gefühlsebene gepackt. „Spätestens wenn jemand eine Überweisung per Western Union will, sollten die Alarmglocken schrillen. Denn die sind praktisch nicht nachvollziehbar, das Geld ist so gut wie sicher verloren“, warnt der Polizist.

Welche Gefahren es zudem bringt, erotische Fotos an Unbekannte zu schicken, wie Schadsoftware Unternehmen und Private betrifft und wie man sich schützen kann, lest ihr in der aktuellen Ausgabe der NÖN sowie im ePaper!