WRA kaufte die ÖBB-Gründe in Amstetten. Rund 73.000 Quadratmeter rund um den Bahnhof wechselten um elf Millionen Euro den Besitzer. Nutzungskonzept wird erstellt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 23. Dezember 2020 (03:59)
Die beiden Geschäftsführer der Amstetten Wirtschafts GmbH, Bürgermeister Christian Haberhauer (sitzend) und Bürgermeister Hannes Pressl, unterzeichneten am Mittwoch die Kaufverträge für das ÖBB-Gelände rund um den Bahnhof.
Stadtgemeinde

Die Wirtschaftsraum Amstetten GmbH (WRA) hat von der ÖBB die Gründe rund um den Bahnhof in Amstetten erworben. Rund 73.000 Quadratmeter wechselten am Mittwoch der Vorwoche den Besitzer. Den Kaufpreis von elf Millionen Euro tragen die Stadt und die 13 Umlandgemeinden, die sich in der Gesellschaft zusammengeschlossen haben. Der Großteil wird natürlich fremdfinanziert.

Die beiden interimsmäßigen Geschäftsführer der WRA, Amstettens Bürgermeister Christian Haberhauer und Ardaggers Ortschef Hannes Pressl, sprachen von einem „ersten Meilenstein“, den die neue Gesellschaft gesetzt hat. Aufbauend auf dem schon vorhandenen Masterplan der ÖBB soll nun ein Gesamtkonzept für das Areal erarbeitet werden, das man dann mit verschiedenen Partnern umsetzen will.

Dabei steht der Verkauf von Flächen an Interessenten ebenso zur Debatte, wie die Vergabe in Form eines langfristigen Baurechts. Zuständig für diesen Prozess wird in der WRA dann schon der neue Geschäftsführer sein, der spätestens im März bestellt werden soll. Der Masterplan sieht auf dem Areal ja eine Verflechtung von Büro- und Wohngebäuden sowie einen Mix von Forschung und Bildung vor. Ein Schwerpunkt soll auf der Ansiedlung von Unternehmen liegen, die im Gesundheitsbereich tätig sind.

Das zentrale Objekt auf den ÖBB-Gründen ist natürlich die alte Remise. Das Bauwerk selbst kann in bestehender Form nicht verwertet werden und soll einem Neubau weichen, der die charakteristische Form beibehält. Einen Teil des Komplexes will die WRA auch künftig in eigener Verfügung behalten und für Büroräume, aber zum Beispiel auch für die Startup-Szene und Kongresse etc. nutzen. Für den Neubau wird man sich einen Partner suchen, der dann auch den Großteil des Gebäudes als Eventcenter betreibt.

Ende 2021 soll es ein Gesamtkonzept geben

Ende 2021 soll das Endkonzept für die Verwertung des Areals auf dem Tisch liegen und dann will man am freien Markt mit der Suche nach Partnern für die Umsetzung starten. Es melden sich aber ohnehin schon laufend Interessenten. In spätestens 15 Jahren soll das Areal vollständig genutzt sein.

„Wir haben mit diesem Kauf die Jahrhundertchance für die Entwicklung der Region und der Stadt wahrgenommen. Mit der Anbindung dieses Areals erschließen wir einen Wirtschafts-Power-Raum“, betont Haberhauer. Die Ost-West-Achse sei ein Schatz, den man heben wolle. „Innerhalb von einer Stunde erreichen wir vom Quartier A aus etwa 2 bis 2,5 Millionen Menschen, die sich bei uns ansiedeln oder auch einpendeln und hier arbeiten könnten“, sagt der Amstettner Stadtchef.

Die Weiterentwicklung des Quartiers A rund um den Bahnhof war am Mittwoch auch Thema im Amstettner Gemeinderat, denn da standen notwendige Widmungsänderungen auf der Tagesordnung. Die SPÖ kritisierte, dass noch kein städtebaulicher Vertrag vorliegt, der die Qualitätskriterien und die Freigabebedingungen für künftige Eigentümer am Areal regelt. „Denn damit könnten wir sicherstellen, dass unsere Wünsche und Vorstellungen berücksichtigt und die Flächen bestmöglich genutzt werden. Das Areal ist schließlich für die Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung. Wir bringen uns auch gerne in die Ausarbeitung des Vertrages ein“, sagte Baustadtrat Bernhard Wagner.

VP-Vizebürgermeister Markus Brandstetter wies darauf hin, dass es in den letzten Monaten vor allem darauf angekommen sei, den Ankauf der Flächen zu finalisieren. „Jetzt können wir gemeinsam die Voraussetzungen schaffen, um das Areal qualitätsvoll zu entwickeln. Wir haben alle ähnliche Zugänge und ein gemeinsames Ziel, ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit.“ Die SPÖ konnte er damit nicht überzeugen. Sie stimmte gegen die Umwidmungen.

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