Soogut-Markt bleibt Zankapfel in Amstetten

SPÖ kritisiert die Förderhöhe, ÖVP und Grüne sehen den Markt gut aufgestellt.

Erstellt am 10. November 2021 | 04:05
Zehn soogut-Sozialmärkte gibt es in Niederösterreich
soogut-Sozialmarkt
Foto: soogut-sozialmärkte/Oswald

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Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder (Grüne)
Grüne

Erneut war die Förderung des soogut-Marktes in Amstetten im Gemeinderat Stoff für eine längere Polit-Debatte. Einstimmig beschlossen die Mandatare eine Förderung durch Bezahlen der Monatsmiete für den Monat Dezember in Höhe von 2.777,62 Euro. Damit habe man für das Jahr 2021 insgesamt fünf Monatsmieten, sprich knapp 14.000 Euro, an Förderung übernommen. „Wir wollten vor einer weiteren Förderung die Bilanz des Unternehmens, das die soogut-Märkte betreibt, sehen. Diese haben wir erst letzte Woche erhalten. Wir sind zu einem guten Einvernehmen mit Geschäftsführer Wolfgang Brillmann gekommen. Es wäre toll, wenn man den soogut-Markt nicht für politischen Aktionismus missbraucht. Wir setzen uns dafür ein, dass es auch weiterhin in Amstetten einen Sozialmarkt gibt“, erklärte Dominic Hörlezeder (Grüne). Abermals betonte Hörlezeder auch, dass es aus seiner Sicht die Aufgabe des Landes Niederösterreich wäre, die SAM NÖ Gmbh, die den Markt und zehn weitere betreibt, zu fördern. Im Vergleich zu den anderen Standorten gäbe es in Amstetten zudem die höchste Förderung.

„Wollen den Markt nicht fallen lassen“

Für die SPÖ fiel die Förderung nicht hoch genug aus. „Im Budget wären 45.000 Euro vorgesehen. Wir wollen den Markt nicht fallen lassen. Außerdem ist bereits am 12. Februar ein Subventionsansuchen eingelangt. Ich verstehe nicht, warum es erst jetzt eine Entscheidung gibt“, erklärt Vizebürgermeister Gerhard Riegler. Er bedauerte weiters, dass er beim Gespräch mit Wolfgang Brillmann nicht willkommen gewesen wäre, und plädierte darauf, entweder alle Mieten zu übernehmen oder einen anderen, günstigeren Standort in Amstetten zu finden.

ÖVP-Vizebürgermeister Markus Brandstetter argumentierte, man unterstütze als Stadt den Markt in vorbildlicher Art und Weise. „Im Vergleich zu allen zehn anderen Standorten haben wir pro Kopf die höchste Förderung. Ich möchte ‚soogut‘ auch herzlich gratulieren. Sie expandieren und werden in Mattersburg einen weiteren Markt eröffnen. Das zeigt, dass man wirtschaftlich auf guten Beinen steht.“

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Fraktionssprecher Helfried Blutsch (SPÖ)
SPÖ

SPÖ-Fraktionssprecher Helfried Blutsch erinnerte an einen Beschluss im Vorjahr, bei dem man für 2020 eine Förderung von 20.000 Euro beschloss. Für heuer wären jetzt im Budget die 45.000 Euro vorgesehen. „Das ist ein Verein, der den Menschen hilft und der Unterstützung braucht“, sagte Blutsch.

Der Hauptantrag über eine Förderung von 2.777,62 Euro wurde einstimmig beschlossen. Ein SPÖ-Antrag, die Subvention auf 25.000 Euro zu erhöhen abzüglich der heuer bereits bezahlten Summe, wurde mit den Stimmen von ÖVP, Grünen und FPÖ abgelehnt. Für das kommende Jahr soll es zur Förderhöhe mit dem Marktbetreiber weitere Gespräche geben.