Wird das Amstettner Zentrum autofrei?. Neos für Fußgängerzone, Stadtregierung legt sich nicht fest. Hauptplatz-Konzept bis Juni fertig.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:56)

NEOS-Mandatar Christopher Haager wünscht sich eine Fußgängerzone im Bereich Hauptplatz und Rathausstraße. Das hat er kürzlich im NÖN-Interview klar gemacht und auch angedeutet, dass er damit nicht allein auf weiter Flur sei. Grund genug, bei den anderen Parteien im Gemeinderat nachzufragen, wie sie dazu stehen.

Brandstetter will sich nicht auf Fußgängerzone festlegen

Für den Vorsitzenden des Stadtplanungsausschusses, Markus Brandstetter (ÖVP), ist schon im Vorjahr durch die Stadterneuerung mit intensiver Bürgerbeteiligung der Wunsch vieler Menschen nach einem verkehrsberuhigten Hauptplatz erkennbar geworden.

Auf eine Fußgängerzone will er sich nicht dezidiert festlegen: „Ziel ist auf jeden Fall mehr Aufenthaltsqualität. Wenn ich in einem Gastgarten am Hauptplatz sitze, möchte ich in erster Linie meinen Gesprächspartner hören und nicht lauten Straßenverkehr. Das heißt, wir brauchen eine Verkehrsberuhigung und die bereiten wir vor. Bei der Planung sieht man dann, wie man Verkehrsströme anders führen kann und was alles möglich ist“, sagt der ÖVP-Politiker.

Attraktiver gestalten will man auf jeden Fall die Durchgänge für Fußgänger von den beschrankten Parkanlagen zum Hauptplatz und das Radwegenetz sowie die Alternativen zum Auto stärken. „Und allen, die auf das Auto angewiesen sind, wollen wir ein leistungsfähiges Parkleitsystem zur Verfügung stellen“, sagt Brandstetter. Das Ziel sei eine lebenswerte Innenstadt, in der Wohnen, Einkauf, Gastronomie und Veranstaltungen für die Menschen verbunden seien.

Koalitionspartner Dominic Hörlezeder macht keinen Hehl daraus, dass er den Verkehr gerne vom Hauptplatzbereich verbannen würde. „Wenn es nach mir ginge, wäre ein autofreies Zentrum ein Traum. Die Frage ist allerdings, ob das die Leute wirklich wollen, und ob es verkehrstechnisch machbar ist“, sagt der grüne Vizebürgermeister. Auf jeden Fall soll die Reise auch aus seiner Sicht in Richtung „Verkehrsberuhigung und Stärkung des nicht motorisierten Individualverkehrs gehen.“

Bis Juni will man wissen, was im Zentrum gewünscht und auch umsetzbar ist. „Bis dahin sollen die Vorbereitungsarbeiten in Abstimmung mit der Amstettner Stadterneuerung abgeschlossen sein. Ziel ist es, im Herbst in die Umsetzung zu gehen und eine lebenswerte klimafitte Innenstadt zu schaffen, die mit schattigen Plätzen zum Verweilen einlädt, eine entsprechende Begrünung vorsieht, und in der Gastronomie und Handel ihre Chancen entwickeln können“, sagt Brandstetter.

Fußgängerzone wäre eine schöne Idee

Für SPÖ-Vizebürgermeister Gerhard Riegler wäre „eine Fußgängerzone am Hauptplatz eine schöne Idee, über die auch bei uns in der Vergangenheit schon diskutiert wurde. Allerdings ist es im Moment alles andere als realistisch, eine derartige Maßnahme umzusetzen. Sowohl im Norden als auch im Süden fehlt uns eine Alternative, wo wir den Verkehr sinnvoll unterbringen könnten“, sagt er.

Generell müssten solche gravierenden Eingriffe ins Verkehrskonzept mit einem Verkehrsplaner besprochen und erarbeitet werden, bevor man eine derartige Maßnahme setze. „Vor gut zwei Jahren haben wir etwa berechnen lassen, wie sich die Verkehrsströme bei gewissen Änderungsmaßnahmen verändern würden. Dabei zeigte sich bereits, dass schon kleinste Eingriffe gravierende Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben und so neue Problempunkte entstehen würden. Das gilt es zu vermeiden.“

Wenig hält die FPÖ von einer Fußgängerzone beim Hauptplatz. „Ein verkehrsfreies Zentrum sehe ich nicht“, sagt Parteiobmann Christian Schrammel. Aus seiner Sicht wäre es wichtiger, die Infrastruktur für E-Mobilität im Stadtgebiet schneller auszubauen.

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