Erstellt am 04. Juni 2015, 06:15

von NÖN Redaktion

"Der Sonntagberg ist ein Kraftplatz". Waidhofens Stadtarchivarin Eva Zankl über ihre Beziehung zum Sonntagberg.

Eva Zankl beschäftigte sich schon in mehreren Büchern mit dem Sonntagberg.  |  NOEN, Fahrengruber

1988 übersiedelte ich mit meiner Familie aus Bayern nach Waidhofen. Natürlich schaut man sich die Gegend an. Da mich der Anblick des Sonntagbergs schon bei der Anreise beeindruckte, war er auch das erste Ziel unserer weiteren Ausflüge. An einem schönen Frühlingstag standen wir oben und waren fasziniert von der herrlichen Aussicht, nach Süden in die Berge und nach Norden zur Donau und weiter ins Mühl- und Waldviertel. Überwältigt waren wir auch von der prächtigen Basilika.

Nach dieser ersten Beziehung kam ich immer wieder hier her und bald beschäftigte ich mich als Historikerin mit der Geschichte des Sonntagbergs. Damals gab es noch nicht die gut beschilderten Wege und so erforschte ich bei Spaziergängen den ganzen Panoramaweg, besonders interessierten mich das Türkenbründl und die historischen Ereignisse, die sich um diesen Brunnen ranken.

Ein Highlight für Besucher

Die Begeisterung hält bis heute an und ich gehe gerne die „Tut gut!“-Wanderwege. Meine Besuche führe ich meist auf den Sonntagberg, um zu zeigen, wie schön unsere Region ist.

Als ich anlässlich der Landesausstellung „Feuer und Erde“ den Kulturwegeführer „Land an der Ybbs“ schrieb, bildete der Sonntagberg den krönenden Abschluss als verbindendes Element und Wahrzeichen sowohl der Eisenwurzen wie auch des Mostviertels.

Heute schätze ich diesen Berg als besonderen „Kraftplatz“, wo ich die alltäglichen Sorgen und Unannehmlichkeiten hinter mir lassen kann. Im Zuge einer Buchpräsentation erfuhr ich Interessantes über geomantische Untersuchungen, was mich für solche Kraftplätze sensibilisierte.

Vor einiger Zeit konnte ich an einer Führung durch das Pfarrhaus teilnehmen, da dachte ich mir: „Wie schön wäre es, hier zu wohnen oder einen Arbeitsplatz zu haben.“ Ich freue mich sehr, dass dieses Pilgerzentrum wieder belebt wird. Daher habe ich mich auch gefreut, dass ich beim schönen Buch von Dr. Überlacker: „Sonntagberg – Vom Hirtentraum zum Wallfahrtsort“ als Lektorin mitarbeiten durfte. In diesem reich bebilderten Buch steckt neben einem profunden Wissen auch sehr viel Herz und die tollen Bilder von Gerhard Proksch machen es zu einem unvergleichlichen Kunstwerk.

In der Serie „Mein Sonntagberg“ präsentiert die NÖN ganz persönliche Geschichten über den Wallfahrtsort. Wer seine Geschichte zum Sonntagberg ebenfalls in der NÖN erzählen möchte, kann sich unter redaktion.ybbstal@noen.at oder unter 07442/52202 melden.
 

Nächster Termin

Am Mittwoch, 3. Juni, 19 Uhr, findet das Konzert des Chores Ad Libitum aus St. Valentin mit dem Originalklangensemble Barucco in der Basilika statt. Aufgeführt wird das berühmte Oratorium „The Messiah“ von G. F. Händel.