„Die Straße ist oft verstopft“. Gemeinderat Norbert Kunz weist auf Verkehrsprobleme im Schulviertel hin. Reaktionen sind vielfältig.

Von Hannes Hirtenlehner. Erstellt am 16. Juni 2014 (12:32)
Gemeinderat Norbert Kunz beim Nachmessen: »Für zwei Autos bleibt hier in der Stefan-Fadinger-Straße zuwenig Platz. Es soll auch schon einige Kollisionen, bei denen die Spiegel beschädigt wurden, gegeben haben.« Foto: Hannes Hirtenlehner
NOEN, Hannes Hirtenlehner
Die Verbesserung der Verkehrssituation im sogenannten „Schulviertel“ – dort befinden sich die Hauptschule Pestalozzistraße, das BG/BRG Amstetten, Handelsschule und -akademie und HLW sowie auch noch das Landespensionistenheim – ist dem parteilosen Gemeinderat Norbert Kunz ein Anliegen.

Schmälerer Gehsteig „könnte die Lage verbessern“

„Immer wieder wurde ich darauf angesprochen, dass es besonders in der Stefan-Fadinger-Straße zwischen Landespensionistenheim und HAK zu gefährlichen Situationen kommt. Weil dort links und rechts Autos parken, wird die Fahrbahn so schmal, dass zwei Fahrzeuge fast nicht mehr aneinander vorbeifahren können. Bei kleinen Kollisionen sind da sicher schon einige Seitenspiegel kaputt gegangen“, so Kunz.

Kunz hat sich die Verkehrssituation in der Stefan-Fadinger-Straße nun einige Male angeschaut und meint: „Der Gehsteig ist auf beiden Seiten der Fahrbahn sehr breit. Wenn man auf beiden Seiten etwa 20 Zentimeter wegnimmt, könnte das die Lage schon wesentlich verbessern.“

HAK-Leiterin wird Problem ansprechen

Auch HAK-Direktorin Brigitte Bartmann stört es, dass die Stefan-Fadinger-Straße, die zur Schule hinführt, oft verstopft ist: „Besonders schlimm ist es in der Früh vor Schulbeginn von zirka 7.10 Uhr bis 7.30 Uhr und nach Unterrichtsende von zirka 12.55 bis 13.15 Uhr.“

Bartmann hat sich auch bereits einen Vorschlag für eine Lösung des Verkehrsproblems überlegt: „Wenn man die Anzengruberstraße an der Gebietskrankenkasse vorbei bis zur Stadionstraße als Einbahn führen würde, könnte das eine Entlastung bringen. Ich werde das Verkehrsproblem bei der nächsten Sitzung zur Erweiterung unserer Schule sicher wieder ansprechen.“

Schulparkplatz wird bis September fertig

Ein weiteres Ärgernis sei, dass immer wieder schulfremde Pkw-Lenker die Zufahrt zum Lehrerparkplatz der HAK blockieren würden. Die Lehrer der Hauptschule Pestalozzistraße müssen sich derzeit ihren Parkplatz überhaupt noch irgendwo im Umkreis der Schule suchen – im Wettbewerb mit den Bewohnern der umliegenden Wohnhäuser.

Ein schuleigener Parkplatz wird bis September noch gegenüber des Landespflege- und -pensionistenheims errichtet. „Das sollte zu einer Entspannung der Situation beitragen“, hofft Gottfried Schulze, Direktor der Hauptschule Pestalozzistraße.

SPÖ-Gemeinderat Bernhard Wagner ist die Problematik der oft verstopften Stefan-Fadinger-Straße bekannt – künftig soll dort nur noch „wechselseitiges Parken auf jeweils nur einer Straßenseite“ erlaubt sein: „Dadurch kann auch die Fahrgeschwindigkeit gering gehalten werden.“

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VP-Vize Funke appelliert an die Autofahrer

Um rasch auf Wünsche, Anregungen und Beschwerden der Bürger reagieren zu können, hat Bernhard Wagner nun auch extra eine E-Mail-Adresse eingerichtet: verkehrssicherheit@mein-amstetten.at. „Als Verkehrssprecher der SPÖ werde ich alle Anliegen bearbeiten“, betont Wagner.

Auch ÖVP-Vizebürgermeister Dieter Funke findet die Stefan-Fadinger-Straße schon eng, er appelliert an die Autofahrer, aufeinander Rücksicht zu nehmen: „Einen Antrag auf eine Einbahnregelung, die Vor- und Nachteile hätte, habe ich schon vor sieben oder acht Jahren gestellt – er wurde von der SPÖ abgelehnt. Nun ist es Aufgabe der Verkehrsstadträtin, eine Lösung zu finden.“

Die angesprochene FPÖ-Politikerin Brigitte Kashofer meint dazu: „Es ist im Gespräch, dass man dort künftig nur noch abwechselnd auf einer Seite parken darf. Besonders wichtig ist auch, dass Verkehrsinseln gemacht werden, die den Schulkindern das gefahrlose Überqueren der Straße ermöglichen. Wir werden uns um jedes Anliegen der Bürger kümmern.“

Einbahn könnte den Verkehr womöglich nur verlagern

Chefinspektor Oliver Zechmeister, seit rund fünf Monaten Kommandant der Polizeiinspektion Amstetten, will sich das Verkehrsproblem ebenfalls anschauen – und zwar gemeinsam mit allen Schulleitern, mit Vertretern der Stadtgemeinde, der Stadtpolizei und der Bezirkshauptmannschaft.

Dabei könnte auch über eine Einbahnregelung gesprochen werden. Wichtig sei es aber, alle Varianten und ihre Auswirkungen möglichst genau zu bedenken – eine Einbahn könnte den Verkehr womöglich auch nur verlagern und woanders zu Problemen führen. Unfälle habe es in der Stefan-Fadinger-Straße in den letzten fünf Monaten aber nicht gegeben.