Biogas aus Speiseresten: Anlage wieder in Betrieb. Anlage in der Doislau verarbeitet Essensreste und abgelaufene Lebensmittel und verwandelt sie in Strom und Wärme.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 24. November 2017 (05:59)
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Prokuristin Katharina Haderer und Geschäftsführer Wilfried Schmöll bei der Biogasanlage in Amstetten. Dort werden hauptsächlich Speisereste, überlagerte Lebensmittel und Produktionsreste verarbeitet.
Hudler

Seit August ist die Biogasanlage in der Doislau wieder in Betrieb. Der Vorbesitzer GEM hatte sie ja im Vorjahr stillgelegt, weil die Öko-Stromförderung ausgelaufen war und der Betrieb sich daher nicht rentierte. Im Frühjahr wurde die Anlage dann von der „Bio Fuel Systems GmbH“ aus Oberalm bei Salzburg übernommen.

Betriebsleiterin Haderer bewarb sich nach NÖN-Bericht

Betrieben wird sie von der neu gegründeten Schnöll Logistik GmbH, die auch schon einige Investitionen getätigt hat. So wurde zum Beispiel bei der Zufahrt ein Schranken errichtet, um unbefugten Zugang zu verhindern. Aber auch eine ausgeklügelte Wägeeinrichtung wurde errichtet, um das genaue Gewicht der Abfälle zu ermitteln.

„Wir verarbeiten derzeit rund 6.000 bis 7.000 Tonnen, haben aber Kapazitäten für 10.000 Tonnen jährlich. Neue Kunden sind also willkommen“, sagt Prokuristin Katharina Haderer, die vor Ort den Betrieb leitet. Die Amstettnerin hat im Jänner in der NÖN gelesen, dass die Anlage wieder in Betrieb genommen werden soll und sich daraufhin um einen Job beworben.

„Da ich nicht weit entfernt wohne, ist es mir natürlich auch persönlich ein großes Anliegen, dass sie korrekt und störungsfrei funktioniert“, versichert sie. Verarbeitet wird übrigens kein Biomüll mehr, sondern es werden ausschließlich Speisereste von Großküchen, überlagerte Lebensmittel sowie Produktionsrückstände in Biogas umgewandelt.

Vor allem durch die Beiträge der Kunden finanziert

Die angelieferten Chargen werden händisch von Papier und Plastikfolien getrennt. Mithilfe einer neuen Kolbenpresse werden die Speisereste oder Lebensmittel von Störstoffen getrennt. Dann wird mittels Bakterien ein Vergärungsprozess ausgelöst und so Biogas gewonnen.

Im letzten Monat hat die Anlage 50 Megawatt Wärme ins Fernwärmenetz und 100 Megawatt Strom ins Stromnetz eingespeist. „Wir haben auch um Öko-Stromförderung angesucht, denn bei einem Preis von knapp unter drei Cent pro Megawatt rechnet sich die Stromerzeugung natürlich nicht. Da braucht es schon etwa 15 Cent“, sagt Haderer. Die Entscheidung, wer die Förderung bekommt, fällt der Bund im Frühjahr.

Die Amstettner Biogasanlage finanziert sich aber ohnehin vor allem durch die Beiträge der Kunden, die dort eben ihre Speisereste verarbeiten lassen.