Bürger haben viele Wünsche für Mauer. Absiedlung des Sparmarkts beunruhigt Bürger. Glasfaser und Verkehr wichtige Themen.

Von Elisabeth Leichtfried. Erstellt am 01. Juli 2020 (04:45)
Engagieren sich für Mauer: Stadtrat Bernhard Wagner, Obmann Otto Hinterholzer, Ortsvorsteher Manuel Scherscher, Stadträtin Elisabeth Asanger, Gemeinderätin Michaela Lampersberger, Monika Hinterholzer, die Gemeinderäte Claudia Marksteiner, Michael Hülmbauer und Claudia Weinbrenner, Bernhard Leitzinger, Irene Kerschbaumer (NÖ.Regional) und Christian Himmelbauer.
Leichtfried

An Ideen, wie man ihren Heimatort noch lebenswerter machen kann, mangelt es den Bewohnern von Mauer nicht. Das zeigten die Umfrage in der Bevölkerung sowie das erste Dorfgespräch, die beide bereits im Herbst des Vorjahres durchgeführt wurden.

Am vergangenen Dienstag fand nun das zweite Dorfgespräch statt, bei dem es darum ging, den Dorferneuerungsprozess endgültig auf Schiene zu bringen und die Ideen zu Leitzielen zu bündeln.

Sechs verschiedenen Themenfeldern gewidmet

Gemeinsam mit Otto Hinterholzer, Obmann des Dorferneuerungsvereins Dolichenus Mauer und Ortsvorsteher Manuel Scherscher konnten Irene Kerschbaumer und Maria Huemer von der NÖ.Regional.GmbH viele Besucher begrüßen und sich sechs verschiedenen Themenfeldern widmen.

Die Bürger beteiligten sich rege an der Diskussion über die Belebung ihres Ortsteiles und machten viele Vorschläge. Aus den Ergebnissen werden nun Leitziele für den Dorferneuerungsprozess erarbeitet.
Himmelbauer

In den Bereichen Soziales, Bildung und Kultur, Dorfökonomie, Bauen und Wohnen, Umwelt sowie Mobilität sollte aufbauend auf die bereits vorhandenen Befragungsergebnisse weitergearbeitet werden.

Nach anfänglicher Zurückhaltung seitens der anwesenden Mauringer wurden innerhalb dieser Bereiche Schwerpunkte gesetzt. Aus der langen Liste der Anliegen kristallisierten sich diejenigen heraus, die der Bevölkerung besonders wichtig sind.

Sparmarkt sorgt für Beunruhigung

Im direkten Gespräch gab es noch weitere wertvolle Impulse an die anwesenden Gemeindeverantwortlichen. Auch Bereiche außerhalb der Dorferneuerung wurden dabei angesprochen.

Das Thema, das der Bevölkerung besonders unter den Nägeln brennt, betrifft die Wirtschaft im Ort, vor allem die Ansiedlung beziehungsweise den Erhalt von Geschäften und Gastronomiebetrieben, aber auch alternative Möglichkeiten.

Dass der ortsansässige Spar-Markt einen neuen Standort sucht, sorgt bei vielen für Beunruhigung. „Ein möglicher Standortwechsel wird aber keine großen Auswirkungen auf den einzelnen Bürger haben“, meint Ortsvorsteher Scherscher. „Der Weg ins Geschäft wird zwar für den einen etwas länger werden, für den anderen dafür kürzer. Aber was auch immer passiert, wichtig ist es, leere Auslagen am Hauptplatz zu verhindern und das Ortszentrum nicht aussterben zu lassen. Wir werden gemeinsam danach trachten, dass etwas Neues entsteht.“

Innovative Ideen, das Ortszentrum zu beleben, gäbe es genug, ist Scherscher überzeugt. Die Palette der Möglichkeiten sei weit und reiche von einem Veranstaltungssaal über einen Bauernladen bis hin zu einer Ärzte-Ordinationsgemeinschaften und vieles mehr.

Auf der Prioritätenliste der Gäste ebenfalls ganz weit oben stand der Glasfaserausbau für schnelleres Internet. Der soll auch für die entlegeneren Gebiete wie Spiegelsberg stattfinden, lautete die Forderung.

Mauringer wünschen sich mehr Events

Wichtig für ein gutes Dorfleben sind aber auch Veranstaltungen, meinten die anwesenden Mauringer. Sie wünschen sich mehr Events, wie etwa ein Ortsfest. Es brauche auch Räumlichkeiten für Treffen oder für Sport, vielleicht sogar ein Veranstaltungszentrum.

Außerdem hoben die Dorfabend-Besucher unter den vielen verschiedenen Anliegen und Vorschlägen die Forderung nach mehr und besseren Verbindungen im öffentlichen Verkehr hervor. Auch der Verkehr innerhalb des Ortes wurde zum Thema gemacht, besonders in der Sportplatzstraße. Erste Schritte zur Verbesserung der Situation sind bereits gesetzt, weiß Scherscher: „Die Errichtung von Verkehrsinseln an den Ortseinfahrten soll die Geschwindigkeit reduzieren.“

Die Mitarbeiter von Dorferneuerungsverein und NÖ.Regional werden aus den Ergebnissen dieses Dorfgesprächs nun Leitziele formulieren. Dieses Leitbild soll die nächsten Jahre als Richtschnur in der Dorferneuerung dienen.

Darauf aufbauend können dann konkrete Projektideen entwickelt werden. Auch da ist wieder die Mithilfe der Bevölkerung gefragt. „Jeder, der mitmachen will, Mauer zu gestalten und die Arbeit des Dorferneuerungsvereins zu unterstützen, ist herzlich willkommen“, betont Dorferneuerungsvereins-Obmann Otto Hinterholzer, der gemeinsam mit seinem Team bereits viel für Mauer bewegt hat (siehe Infobox). „Gemeinsam mit der Bevölkerung von Mauer wollen wir soziale und kulturelle Impulse setzen und damit die Lebensqualität im Ortsteil verbessern“, sagt Obmann Hinterholzer.