Flüchtlinge im Bezirk Amstetten „alle sehr engagiert“. Drei Jahre nach der Flüchtlingsbewegung ist in den meisten Orten im Bezirk Amstetten Ruhe eingekehrt.

Von Peter Führer, Hermann Knapp und Ingrid Vogl. Erstellt am 20. November 2018 (03:40)
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In Euratsfeld halfen die Flüchtlinge beim Bau des Pfarrgemeindezentrums und bei Gartenarbeiten mit.

Vor drei Jahren bestimmte die Flüchtlingsbewegung die Schlagzeilen. Viele Gemeinden im Bezirk nahmen Flüchtlinge auf, es kam zu vielen, teils heftig geführten Diskussionen, in Zuge deren Menschen oftmals Ängste und Befürchtungen äußerten. Auf der anderen Seite gab es eine breite Hilfsbewegung. In vielen Gemeinden fanden sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer, die den Flüchtlingen bei ihrem Start in ein neues Leben unter die Arme griffen.

400 Stunden für das Pfarrgemeindezentrum

Heute, drei Jahre später, ist es ruhiger geworden. Dennoch gibt es immer noch Initiativen, die Flüchtlinge beim Leben in Österreich unterstützen. Etwa in Euratsfeld, wo Anton Hiesleitner und sein Team der Freiwilligen von „Willkommen Mensch Euratsfeld“ nach wie vor Unterstützung leisten.

„Wir haben noch drei Familien bei uns und helfen weiterhin, etwa bei Behördenwegen oder dem alltäglichen Leben“, berichtet Hiesleitner. Die Flüchtlinge hätten sich sehr gut integriert und helfen bei vielen Projekten auch tatkräftig mit. „Beim Bau des Pfarrgemeindezentrums haben sie insgesamt um die 400 Stunden gearbeitet. Auch beim Schneeräumen oder Sandeln helfen sie oft mit. Sie sind alle sehr engagiert und passen sich dem Leben in Österreich komplett an“, betont er.

Wie in Euratsfeld fand sich auch in St. Georgen eine Gruppe freiwilliger Helfer. „Da haben sich einige sehr engagiert. Ganz vorne dabei war Lucia Paungarttner. Sie war quasi die ‚Mama’ der Flüchtlinge und hat viel Zeit investiert und Aktionen wie eine Möbelsammlung gestartet“, erinnert sich Bürgermeisterin Liselotte Kashofer zurück.

Derzeit leben noch acht junge Flüchtlinge in der Marktgemeinde, die auch bei Gemeindearbeiten mithalfen beziehungsweise mithelfen. „Etwa beim Ausräumen der Volksschule im Zuge des Umbaus oder beim Pflanzen-Setzen beim Georgsaal oder beim Schneeräumen. Sie tragen in dieser Hinsicht viel zum Zusammenleben bei“, so die Ortschefin.

Flüchtlinge sind in Vereinen aktiv

In St. Valentin gab es auf Privatinitiative zwei Flüchtlingsunterkünfte: die Godamühle in Altenhofen (Unternehmer Karl Hasenöhrl aus St. Pantaleon-Erla baute das leerstehende Bauernhaus um) und im Modehaus Kutsam, wo die Flüchtlinge von der Volkshilfe betreut werden.

In der Godamühle waren 2015 an die 30 Flüchtlinge untergebracht, jetzt die Hälfte. Ungefähr 15 sind es auch beim Kutsam. Es gibt einige Flüchtlinge, die in zahlreichen Vereinen aktiv sind. Einige haben beim Maifest gekellnert.

Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr betont: „Aus meiner Sicht haben wir mit den Flüchtlingen gute Erfahrungen gemacht. Die Unterbringung beim Kutsam ist mitten im Ort und auch da hat es nie Probleme gegeben. Wir wollten kleinere Einheiten, wo jemand da ist, der bei Problemen reagieren kann. Das war unser Erfolgsrezept.“

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