Erstellt am 14. August 2015, 05:32

von Doris Schleifer-Höderl

Drei Jubiläen zu feiern. Gleich drei Jubiläen beging der Pfarrer von Herz Jesu Hans Schwarzl vor Kurzem. Mit den NÖN sprach er über seine Kindheit.

Pater Hans an seinem Arbeitsplatz, dem Altar der Pfarre Herz Jesu. »Wenn ich nochmals die Wahl hätte, ich würde sofort wieder Priester werden«, gesteht der beliebte Geistliche.  |  NOEN, Doris Schleifer-Höderl

Wenn man seinen 70.Geburtstag feiert, seit 50 Jahren Salesiander ist und vor 40 Jahren zum Priester geweiht wurde, dann kann man wahrlich viel berichten“, scherzt Pater Hans. Der beliebte Geistliche stammt aus der Poysdorfer Gegend, aus Föllim. „Die Leute dort sagen, unser Ort liegt mitten in der Welt und da wird die Weltachse geschmiert. Und ausgerechnet dort mitten im Weinviertel kam ich am 11. Juli 1945 zur Welt.“

Mit 12 Jahren Weichen für Priesteramt gestellt 

Hans Schwarzl wuchs in einer Kleinbauernfamilie auf. „Wir hatten sechs Joch Grund, einen Garten, eine Kuh, eine Ziege, einen Hund, einige Hühner und Gänse und später auch ein Pferd. Meine Geschwister und ich erfuhren, was Liebe, Geborgenheit und Heimat bedeuteten.“ Bereits mit zwölf Jahren wurden Schwarzls Weichen dafür gelegt, Priester zu werden. Seine Eltern lasen im „NÖ Bauernbündler“ eine Annonce des damals neu eröffneten Missionshauses Unterwaltersdorf. „Ich dachte mir, Gymnasium und Priester werden? Ob ich das wohl hinbekomme? Unser Pfarrer fuhr mich an einem verregneten Tag mit dem Motorrad ins Internat. Zusammen mit acht Mitschülern begann ich dort im September 1957 im Gymnasium.“

„Ich war und bin gern Priester. Ich bin gerne umgeben von Menschen. Es gibt nichts Schöneres, als für sie da zu sein.“ Pater Hans Schwarzl

Das anfängliche Heimweh war bald weggefegt, denn unter der Obhut des emeritierten Erzbischofs von Salzburg, Alois Kothgasser, der damals junger Salesianer war, gewöhnte sich Hans Schwarzl rasch an das neue Zuhause. „Kothgasser verdanke ich viel. Er war Vorsitzender meiner Diplomprüfung 1974 und mein Primizprediger am 6. Juni 1975.“

Sechsjährige Ausbildung im bayrischen Benediktbeuern

Nach der sechsten Klasse entschied sich Pater Hans für das Noviziat bei den Salesianern Don Bosco und legte am 15. August 1965 sein Gelübde ab. Nach der Matura folgten zwei Jahre Erziehungsdienst im Schülerheim Vinzentinum in Klagenfurt, danach die sechsjährige Ausbildung im bayrischen Benediktbeuern. „Durch eine Kombination von Sozialpädagogik und Theologie wurden wir gut für unseren pastoralen Dienst als Salesianerpriester vorbereitet.“

Am 29. Juni 1975 empfing Hans Schwarzl schließlich die Priesterweihe. „Dann begann quasi der Ernst des Lebens. Gut motiviert begann ich in Wien in der Pfarre Stadlau als Kaplan, Religionslehrer und Leiter des Jugendheimes. Nach fünf Jahren wurde ich zum Spiritual in Unterwaltersdorf ernannt.“

Seit August 2009 Pfarrer von Herz Jesu

1982 beauftragte man Schwarzl für die salesianische Jugendarbeit und Berufspastoral in Österreich. Zusammen mit den Don Bosco Schwestern entwickelte der Geistliche viele bundesweite Angebote für Jugendliche, die ab 1986 im neu eröffneten Don Bosco Haus in Wien 13 entscheidend erweitert werden konnten. 1998 kam Pater Hans schließlich wieder nach Stadlau, wo ihn elf Jahre intensive Pfarrseelsorge erwartete. Seit 31. August 2009 ist er nun Pfarrer von Herz Jesu. „Ich fühlte mich von Anfang an wohl hier, wurde sehr offen aufgenommen und fand bald ein neues Zuhause.“

Auf die Frage, ob er wieder Priester werden würde, wenn er nochmals die Wahl hätte, meint er: „Selbstverständlich! Ich war und bin gern Priester. Ich bin gerne umgeben von Menschen. Es gibt nichts Schöneres, als für sie da zu sein. Vor allem den jungen Leuten bin ich dankbar, die halten mich lebendig!“