Amstetten

Erstellt am 10. Januar 2017, 05:47

von Wolfgang Kapf

Eisige Protestaktion gegen Ybbs-Kraftwerk. Über 30 Aktivisten und hunderte Zuschauer waren mit in Amstetten dabei. Bürger forderten Antwort auf Petition ein.

Etwas mehr als dreißig Aktivisten stiegen bei minus sechs Grad Lufttemperatur und exakt 1,5 Grad Wassertemperatur in die Ybbs, um gegen das geplante EVN-Kraftwerk bei Ferschnitz zu protestieren.  |  Wolfgang Kapf

„Das Flussbett der unteren Ybbs wurde in den letzten Jahren abschnittsweise mit LIFE-Projekten durch die Abteilung Wasserbau des Landes NÖ aufwendig renaturiert – mit neuen Nebenarmen, Schotterbänken und Fischwanderhilfen. Genau zwischen diesen Renaturierungen plant die EVN ein Kraftwerk bei Ferschnitz unterhalb der Hohen Brücke. Durch den neuen Stauraum würde die letzte freie Fließstrecke im Unterlauf der Ybbs zerstört! Und außerdem steht dieses Projekt in massivem Widerspruch zu den Zielen des dortigen Natura-2000-Gebietes!“, erklärte Franz Raab von der Bürgerinitiative „Pro Ybbs – Lebensader statt Staukette“ den zahlreichen Schaulustigen und Sympathisanten, die auch heuer wieder zum bereits traditionellen Dreikönigsschwimmen unterhalb des Allersdorfer Steges gekommen sind.

Ein paar hundert Schaulustige und Sympathisanten verfolgten auch heuer wieder das bereits traditionelle Protestschwimmen unter dem Motto „Renaturierung statt Verbauung“.  |  NOEN, Wolfgang Kapf

Die beiden Hauptforderungen der Aktivisten lauten: „Renaturierung statt Verbauung!“ und „Keine Kraftwerke im Natura-2000-Gebiet!“. „Wir wollen auch das weitere Ausrotten von Tieren und Pflanzen in und an der Ybbs verhindern. Gemeint sind zum Beispiel der Eisvogel, die Hummelragwurz, Fledermäuse oder der Huchen und andere Fischarten. Von ursprünglich 34 Fischarten gibt es übrigens nur mehr die Hälfte. Trotzdem soll die Zerstörung des Flusses durch drei geplante EVN-Kraftwerke an der unteren Ybbs weitergehen. Und bei Ferschnitz würden eine schöne Vogelinsel sowie eine Schotterbank, die dem Leitfisch Huchen als Laichplatz dient, einem sinnlosen Projekt zum Opfer fallen!“, sagt Raab.

Zehn Vereine (siehe ganz unten) haben deshalb im Juli 2016 eine Petition an Umweltlandesrat Stephan Pernkopf gerichtet und – neben fünf Vorschlägen zur nachhaltigen Rettung der Ybbs – auch einen Stopp des Projektes „EVN-Kraftwerk Hohe Brücke“ gefordert. „Bis heute haben wir vom Landesrat keine Antwort erhalten!“, ärgert sich Gerald Mevec vor der versammelten Menge.

Die EVN als Projektwerber ist trotz Kritik der Naturschützer überzeugt davon, mit dem Kleinwasserkraftwerk Ferschnitz ein vernünftiges Ökostromprojekt aus erneuerbarer Energie zu forcieren.