Mehr Hilfesuchende bei Amstettner Schuldnerberatung. Regionalstellenleiterin rechnet aufgrund von Corona mit deutlich mehr Menschen in finanzieller Not.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:07)
Regionalstellenleiterin Ute Pölzgutter versichert, dass man auch in Corona-Zeiten Schuldnern bestmöglich zu helfen versuche.
Schuldnerberatung

705 Personen aus dem Bezirk suchten im Vorjahr Hilfe bei der Schuldnerberatung, 70 mehr als 2019. Die Arbeit ist für die beiden Beraterinnen in Amstetten in Corona-Zeiten natürlich auch schwieriger geworden – und zeitintensiver.

„Während des Lockdowns beraten wir nur telefonisch, persönliche Gespräche sind da leider nicht möglich“, sagt Regionalstellenleiterin Ute Pölzgutter. Aber auch zuvor wurde bei Terminen natürlich strikt auf eine zeitliche Staffelung geachtet, damit sich Klienten nicht begegnen. „Wir haben sie auch gebeten, den Erhebungsboten schon ausgefüllt mitzubringen, damit die Verweildauer möglichst kurz gehalten werden konnte.“

Das wird natürlich auch nach Ende des derzeitigen Lockdowns wieder so gehandhabt. Die Klienten sind auch aufgefordert, nach Möglichkeit allein und vor allem pünktlich zu kommen. „Nach jedem Gespräch wird gereinigt und desinfiziert, was natürlich auch Zeit in Anspruch nimmt“, sagt Pölzgutter.

Sie geht davon aus, dass die Zahl der Beratungen heuer noch einmal massiv zunehmen wird. „Resultierend aus Arbeitsplatzverlust, gescheiterter Selbständigkeit etc., rechnen wir mit einem massiven Anstieg“, sagt Pölzgutter. Von den 705 Personen, die im Vorjahr betreut wurden, waren übrigens 412 Männer und 293 Frauen.

„Die meisten von ihnen waren im Alter zwischen 36 und 40 Jahren, gefolgt von der Gruppe zwischen 41 und 45 Jahren und den 51- bis 55-Jährigen. Die Durchschnittsverschuldung betrug 67.400 Euro“, listet Pölzgutter auf.

Gründe der Verschuldung waren zu 38 Prozent Arbeitslosigkeit bzw. Einkommensverschlechterung, gefolgt von gescheiterter Selbständigkeit mit 22 Prozent. Bei 20 Prozent der Hilfesucher waren Scheidung oder Trennung sowie das Konsumverhalten der Grund für die finanziellen Schwierigkeiten.