„Ehrenring abschaffen“. FPÖ stimmt gegen Auszeichnung für Ex-Grünpolitiker. Kashofer: „Es geht aber nicht um die Person, sondern ums Prinzip!“

Von Hermann Knapp. Erstellt am 25. März 2014 (23:59)
NOEN, Kovacs
Im Gemeinderat lieferten sie sich manch verbalen Schlagabtausch, in Sachen Ehrenring sind sie sich aber einig. Brigitte Kashofer und Thomas Huber finden, dass er für Politiker abgeschafft werden sollte.
Von Hermann Knapp

Die FPÖ hat im Stadtrat gegen die Vergaben des silbernen Ehrenrings an den langjährigen Grüngemeinderat Thomas Huber gestimmt. Huber hat sich mit der FPÖ im Gemeinderat ja immer wieder – teils auch heftige – politische Wortgefechte geliefert.

„Solche Ehrungen für Politiker sollten abgeschafft werden“

Das ist allerdings laut FP-Stadträtin Brigitte Kashofer nicht der Grund für das Veto ihrer Partei. „Das hat mit der Person Huber überhaupt nichts zu tun. Es geht ums Prinzip. Wir sind einfach der Ansicht, dass solche Ehrungen für Politiker abgeschafft werden sollten. Sie tun ihre Arbeit und werden ohnehin fürstlich bezahlt“.

Kashofer hatte sich ja schon im Zuge der Diskussion um Paul Scherpon gegen die Verleihung weiterer Ehrenbürgerschaften durch die Stadt ausgesprochen. Und so kontroverse Meinungen sie im Gemeinderat oft vertraten – was den Ehrenring betrifft, sind sich Huber und Kashofer einig.

NOEN, Kovacs
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„Ich bin auch dafür, dass man diese Automatismen abschaffen sollte. Wenn ein Bürgermeister, der lange im Amt war, eine Ehrung bekommt, ist das in Ordnung. Aber bei einem Gemeinderat, der womöglich immer in der hinteren Reihe gestanden hat und nur brav die Hand gehoben hat, muss das nicht sein“, sagt Huber.

Huber wird Ehrenring nicht annehmen

Er kündigt an, dass er den Ehrenring auch nicht annehmen werde, aber nicht weil er dadurch ein politisches Zeichen setzen möchte. „Für mich ist das eine abgeschlossen Phase meines Lebens und dabei soll es bleiben. Tatsächlich erinnert einen der Ehrenring ja nur daran, dass man älter wird, und das muss ich dann auch nicht unbedingt haben.“

Für SP-Fraktionschef Anton Katzengruber ist der Ehrenring ein Zeichen des Dankes, an dem er nicht rütteln will. „Den bekommen Leute, die viel Zeit ihres Lebens der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt haben. Das sollte man unabhängig von der politischen Richtung, die jemand vertreten hat, anerkennen.“

VP-Vizebürgermeister Funke steht zur Auszeichnung

Auch für VP-Vizebürgermeister Dieter Funke ist der Ehrenring eine Auszeichnung, die es auch weiterhin gehen sollte.

„Ich stehe dazu. Wenn ein Politiker sich viele Jahre lang bemüht, seine Funktion ernst nimmt und sich nichts zuschulden kommen lässt, dann soll er dafür auch eine Anerkennung bekommen – und zwar unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit.“