Jus-Studentin: Beste ihres Jahrganges. Die Amstettnerin Laura Winninger ist beste JUS-Studentin an der rechtswissenschaftlichen Fakultät in Wien.

Von Peter Führer. Erstellt am 04. Dezember 2018 (02:26)
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Laura Winninger (25) kann auf eine herausragende Studienzeit zurückblicken.
privat

NÖN: Waren Sie überrascht, die Jahrgangsbeste des Studiums gewesen zu sein?

Laura Wininger: Ja, ich war sehr überrascht, als mir mitgeteilt wurde, dass ich die beste Absolventin meines Jahrganges bin. Ich erhielt zwar bereits im ersten Studienabschnitt eine Auszeichnung als beste Studentin, da das Juridicum in Wien aber die größte juristische Fakultät im deutschsprachigen Raum ist und ich daher besonders viele ambitionierte Studienkollegen hatte, habe ich nicht damit gerechnet, dass ich den Heinrich-Klang-Preis erhalten würde.

Wie war der Notenschnitt?

Der Notenschnitt war 1,23.

Warum haben Sie sich ursprünglich eigentlich für das Jus-Studium entschieden?

Ich habe mich schon sehr früh für Politik interessiert und hatte zunächst vor, „International Relations“ im Ausland zu studieren. In der siebten Klasse des Gymnasiums durfte ich mit zwei anderen Schülern meines Jahrganges nach Brüssel und Straßburg fahren. Als ich dort mit Diplomaten und Personen, die in den EU-Institutionen arbeiteten, ins Gespräch kam, wurde mir klar, dass auch das Jusstudium ein sehr guter Ausgangspunkt für eine internationale Karriere ist. Den endgültigen Entschluss Jus zu studieren, fasste ich aber erst während meines Praktikums bei der United Nations Association, das ich während meines Auslandssemesters in New York absolvierte. Dort kam ich erstmals mit internationalen Rechtstexten in Berührung.

Wie lange und wo haben Sie studiert?

Insgesamt fünfeinhalb Jahre. Ein Jahr davon durfte ich an der renommierten Sciences Po in Paris studieren um meine Kenntnisse in den Bereichen Völkerrecht und Europarecht, auf die ich den Schwerpunkt im Diplomstudium gelegt hatte, zu vertiefen.

Wissen Sie schon, welche beruflichen Wege Sie als nächstes einschlagen werden?

Zurzeit bin ich Universitätsassistentin am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht an der Uni Wien und schreibe nebenbei meine Dissertation. Danach würde ich gerne einen LL.M. in den USA oder Großbritannien machen. Was dann kommt, ist noch offen.

Wie blicken Sie jetzt auf Studium und Studienzeit zurück?

Mir war es besonders wichtig, mich im Jusstudium nicht alleine darauf zu fokussieren, alle Prüfungen im Eiltempo zu bestehen. Ich wollte – als Ausgleich zur Theorie – Möglichkeiten neben dem regulären Studium nutzen, um mein Verständnis für die Materie zu vertiefen und das Recht praktisch anzuwenden.

Welche Erfahrungen konnten Sie dabei sammeln?

Ich war Mitglied eines Teams, das Österreich beim Philip C. Jessup International Law Moot Court in Washington DC vertreten durfte, habe an den National Model United Nations in New York als Delegierte zum Menschenrechtsrat teilgenommen, war – und bin – Mitglied der Vienna Refugee Law Clinic und arbeitete als Studienassistentin am Institut für Europarecht, Internationales Recht und Rechtsvergleichung. Durch diese Erfahrungen lernte ich, juristisch auf Englisch und Französisch zu arbeiten, und konnte mich auch an verschiedenen juristischen Tätigkeiten versuchen und mich optimal auf das Berufsleben vorbereiten.