Eine bittere Pille

Erstellt am 05. März 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
Freud und Leid / ÖVP jubelt zwar über den Erhalt der Absoluten im Land, aber der Verlust eines Grundmandats tut natürlich weh.
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Von Hermann Knapp

AMSTETTEN / Sonntagnachmittag, 16.58 Uhr, in der VP-Bezirkszentrale: Die Anspannung der VP-Prominenz ist deutlich spürbar. Die Bezirksergebnisse lassen eher Schlimmes ahnen. Deutliche Verluste für die eigene Partei und starke Gewinne für das Team Stronach.

17 Uhr: die erlösende Nachricht. Die ÖVP hält landesweit mehr als 50 Prozent und somit die absolute Mehrheit. Jubel brandet auf. Auf den Gesichtern spiegelt sich Erleichterung.

Dann erneut warten auf das Bezirksergebnis: Die Resultate aus den Städten Amstetten und St. Valentin lassen auf sich warten. Schließlich ist es Gewissheit: Der Bezirk hat diesmal ein deutlich höheres Minus eingefahren als die ÖVP auf Landesebene. „Und wir haben auf Bezirksebene unser Wahlziel leider verfehlt. 53,53 Prozent bedeuten, dass wir künftig nur noch zwei Grundmandate haben“, sagt Bezirksobmann Johann Heuras. 767 Stimmen fehlen der Volkspartei unterm Strich.

Seinem Team kann Heuras keinen Vorwurf machen: „Alle Kandidaten und vor allem die drei Abgeordneten haben sich mit vollem Einsatz für die ÖVP engagiert. Der Wahlkampf hat ihnen ja mit dem Vorzugsstimmensystem ein Regelwerk auferlegt, das wirklich nicht einfach ist. Zur Maximierung der Stimmen hat es aber sicher beigetragen“, sagte der Bezirksobmann. Das zeige sich etwa in Ardagger, wo die Partei durch das Antreten von Bürgermeister Hannes Pressl sogar noch rund 2,2 Prozent zulegen konnte.

„Verluste werden wir 

Die zum Teil sehr hohen Verluste der ÖVP – rund 14 Prozent in Weistrach, knapp 12 Prozent in Behamberg“ – werde man sich genau anschauen und auch mit den Bürgermeistern und Funktionären besprechen.

Insgesamt ist der Bezirk aber immer noch ein schwarzes Bollwerk im Land. Denn die 53,53 Prozent (samt Waidhofen) bedeuten eine klare absolute Mehrheit. Die neun Prozent, die das Team Stronach gewählt haben, sind für Heuras ganz klar Protestwähler. „Das sieht man auch daran, dass die FPÖ verloren hat. Sie wird wohl schon zu den etablierten Parteien gezählt und die Wähler haben von ihr genug.“ Die Frage, die man sich nun stellen müsse, sei: Womit sind die Wähler unzufrieden?

Darüber rätselt auch Spitzenkandidatin Michaela Hinterholzer: „Ich habe im Wahlkampf keinen Menschen getroffen, der gesagt hat, dass er Stronach wählt. Und ich habe auch keine so große Unzufriedenheit bei den Menschen geortet. Man hat dieses Protestpotenzial eigentlich nicht orten können.“

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