Fürst-Ordination in Biberbach: Baustart im Herbst. Gemeinde wird Praxis errichten und an Ärztin Katharina Fürst verpachten. Auch Hausapotheke gesichert.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 02. Oktober 2018 (03:39)
Gemeinde
Bürgermeister Friedrich Hinterleitner und Vizebürgermeister Maximilian Soxberger auf der Wiese, wo noch im Herbst mit dem Bau der neuen Arztordination begonnen werden soll. Die Pläne dafür liegen schon auf dem Tisch und der Vertrag mit der Ärztin ist unterschriftsreif.

Der Gemeinderat hat in seiner vorwöchigen Sitzung die Aufträge für den Bau einer neuen Arztordination vergeben. Standort wird ein Grundstück in der Passivhaussiedlung beim Friedhof sein.

„Haben uns doch gegen eine Containerlösung entschieden“

„Mit dem Bau soll noch im Herbst begonnen werden. Wir haben uns nun doch gegen eine Containerlösung entschieden und werden ein Massivhaus mit 50er-Ziegeln und nach ökologischen Kriterien errichten“, berichtet Bürgermeister Fritz Hinterleitner. Rund 180 Quadratmeter wird das Haus groß sein und die Arztpraxis samt Hausapotheke umfassen. Ob das Gebäude ein Flachdach oder ein flaches Pultdach haben wird, ist noch nicht klar.

Bis Februar sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, die Ärztin Katharina Fürst also im Frühjahr in die neue Praxis übersiedeln können. Eine entsprechende schriftliche Vereinbarung zwischen Gemeinde und Medizinerin ist praktisch unterschriftsreif.

Derzeit ordiniert Fürst ja noch in den Räumlichkeiten ihres Vorgängers Dr. Böhm in dessen Privathaus. Das ist auf Dauer aber natürlich keine befriedigende Lösung.

Zudem wird es der Standortwechsel der Ärztin auch ermöglichen, eine Hausapotheke zu führen, weil die neue Praxis den geforderten Mindestabstand von sechs Kilometern zur nächstgelegenen Apotheke in Seitenstetten aufweist. Das ist natürlich im Interesse der Ärztin, aber auch im Interesse ihrer Patienten. Einfach war es nicht, die Bewilligung für die Apotheke zu erhalten. Sogar die Verfassungsrichter wurden bemüht. Inzwischen sind aber alle Hürden aus dem Weg geräumt.

Gemeinde investiert rund 450.000 Euro

Die Gemeinde wird in das neue Haus rund 450.000 Euro investieren und das Gebäude nach seiner Fertigstellung an die Ärztin verpachten. „Die Miete werden wir so gestalten, dass sie im Großen und Ganzen die Kreditrückzahlung abdeckt. Somit wird das Projekt für die Gemeinde finanziell zum Nullsummenspiel“, sagt Hinterleitner.

Letztlich ist diese Variante für beide Seiten von Vorteil. Zum einen bekommt die Gemeinde natürlich bei der Aufnahme eines Kredits für den Bau viel bessere Konditionen, als eine Privatperson. Zum anderen ist es für Doktor Fürst, sollte sie das eines Tages wollen, einfacher sich zu verändern, wenn die Ordination dann nicht in ihrem Besitz ist.

„Und wir hätten dann gleich eine Ordination für einen möglichen Nachfolger zur Verfügung“, sagt Hinterleitner. Er geht aber nicht davon aus, dass dieser Fall eintritt. „Mit dem Neubau der Ordination wollen wir ja gerade Dr. Fürst an Biberbach binden und die langfristige medizinische Versorgung unserer Bürger sicherstellen“, erklärt der Bürgermeister.