Bezirk Amstetten: Öffnung bringt neue Chancen

Erstellt am 23. Februar 2022 | 03:57
Lesezeit: 5 Min
Kultur und Gastronomie blicken gespannt auf den 5. März.
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Als neue Chance sieht Wirtesprecherin Melitta Ott die angekündigten Öffnungsschritte. Sie will die Gäste mit dem Fokus auf Qualität und Regionalität wieder ins Wirtshaus, ins Restaurant oder in die Bar zurückgewinnen. Die Bequemlichkeit des Zu-Hause-Bleibens auf der Couch und vor dem Fernseher möge der Vergangenheit angehören! „Es wird nicht wieder so sein wie vor der Pandemie, aber jede Krise birgt Chancen in sich. Wenn wir als Gastronomen stärker und besser werden, gewinnen wir die Gäste rascher wieder für uns!“, ist die beliebte Wirtin überzeugt und ergänzt: „Wir bieten für Familien, Vereine, Alleinstehende, auch Suchende, den Rahmen zum Aufbau einer neuen Wir-Kultur, in der Höflichkeit, Respekt und Verlässlichkeit zählen – bei gutem Essen und Trinken und guten Gesprächen! Unsere Gasträume sind mit Liebe erfüllt, da können sogar Meinungsverschiedenheiten besser geklärt und bewältigt werden.“

Mit Genuss, Liebe, Lachen und Freude wären die Wunden in der Gesellschaft eher zu heilen. Es sei freilich eine herausfordernde Zeit, ein neues Kapitel werde aufgeschlagen, das hoffentlich vieles langsamer und bewusster erleben lasse. „Ich wünsche mir eine ‚gesunde‘ Gesellschaft fernab jeder Spaltung, die Geselligkeit im Gasthaus sehe ich als wichtigen Pol des alltäglichen Zusammenlebens, der stärkt – jeden Einzelnen, aber auch den Gast, dem man gegenübersitzt.“ Dankbar blickt Melitta Ott auf die erwiesene Treue der Gäste auch während der Lockdowns sowie auf die Unterstützung durch den Staat zurück.

Auch der Gesang lebt wieder auf

Singen war allzu lange negativ besetzt, es galt besondere Vorsicht walten zu lassen. Dank der Verhandlungen durch den Chorverband mit Karl Gerhard Strassl gelten die Proben von Laienchören aber als „Zusammenkünfte“, und so gab es für Mutige bereits wieder erste Probentätigkeit, im Herbst auch für den Chor Haag mit einem Chortag. Aufführungen und Konzerte aber waren nicht möglich. „Natürlich wirkt sich die lange Unterbrechung negativ aus, manche Chorsänger haben auch andere Freizeitbeschäftigungen gefunden, denn das zielorientierte Singen hat einfach gefehlt“, schildert Bundeschorleiter Edgar Wolf die Situation. Nun aber sind auch wieder Veranstaltungen für Chöre möglich: Kranzlsingen in Ertl, der Männergesangsverein Strengberg feiert 100-jähriges Bestehen, der Kammerchor Haidershofen führt Ende März die John-Stainer-Passion auf, der Singkreis Seitenstetten sorgt für Gottesdienstgestaltung und Volksliedsingen, der Chor Haag bringt am 21. Mai das Oratorium „Die Schöpfung“ von Josef Haydn gemeinsam mit dem Bezirkslehrerchor ‚Vocale Mostviertel‘ zur Aufführung. Der Chor der Pfarre St. Valentin arbeitet an einer Mozartmesse für das Osterfest. Der als Chorleiter und Referent so aktive Edgar Wolf hat für den „Neustart“ eine Volkslieder-Sammlung für das Singen in der Primarstufe zum Gebrauch im Unterricht zusammengestellt. „Es gilt kreativ zu bleiben, so wurde das Singen mit Senioren auf weitere Bundesländer und auch Südtirol ausgedehnt. Ich freue mich sehr, nun wieder singende Gemeinschaften leiten und mitihnen auch Konzerte gestalten zu dürfen!“

Der Geschäftsführer der Amstettner Veranstaltungsbetriebe, Christoph Heigl, sieht die Lockerung der Maßnahmen zweischneidig. „Natürlich freut mich das Fallen der scharfen Zutrittsbeschränkungen im Kulturbereich, weil der große Kontrollaufwand wegfällt. Andererseits müssen wir weiterhin besonders behutsam sein, denn wir wollen keinen Cluster produzieren“.

Besonders erfreut zeigt sich der frisch gekürte Manager auch darüber, dass durch die Öffnungsschritte die gesamte Bandbreite der künstlerischen und kulturellen Ausdrucksformen wieder möglich sein wird, vom Konzert über das Kabarett bis hin zum Theaterbereich. Dass Künstlerinnen und Künstler wieder ihrer Arbeit nachgehen können, sei ein äußerst positives Signal. Vor allem für jene Bereiche, die am längsten unter den Schließungen gelitten haben, wie etwa der Konzertbetrieb. Erfreulich sei dabei der Wegfall des Konsumationsverbots, der Sperrstunde und der Maskenpflicht. Bei aller Freude sei aber weiterhin Vorsicht geboten, sagt Heigl. Das gilt besonders im Hinblick auf das Sommermusical. Denn die Öffnungsschritte bedeuten nicht, dass die Pandemie vorbei ist. Für die Veranstaltungen der AVB hat er derzeit eine klare Empfehlung: das Tragen einer FFP2-Maske.

„Zahnrädchen haben sich zu drehen begonnen“

Bereits seit Monaten wartet auch die Nachtgastronomie auf den Tag der Wiedereröffnung. Auch die Amstettner Lokale haben sich aus diesem Grund bereits an die Vorbereitungen gemacht. Der Nacht-Gastronom Robert Gelbmann betont: „Alle Zahnrädchen haben sich nun wieder zu drehen begonnen. Die große Kunst für die Nachtgastro wird sein, wieder eine Mannschaft aus den Mitarbeitern zu formen“, meint der Unternehmer weiter.

Lediglich die kurze Vorbereitungsphase sieht Gelbmann kritisch, da es doch eine gewisse Zeit zum Einarbeiten braucht. Insgesamt blickt er aber mit großer Zuversicht auf den kommenden Wiedereröffnungstag: „Das Publikum, das die Nächte wieder beleben wird, kann sich auf die kommende Zeit freuen“.

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