Bezirk Amstetten: Sauberer Strom mit Heimvorteil

Erstellt am 15. März 2022 | 12:59
Lesezeit: 3 Min
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Anton Kasser wünscht sich viele Teilnehmer an der Erneuerbaren Energiegemeinschaft und viele neue Photovoltaikanlagen auf den Dächern.
Foto: gda
Dienstleistungsverband lädt zur Teilnahme an „Erneuerbaren Energiegemeinschaft Region Amstetten“ ein.
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Das „Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG)“ ermöglicht es seit Kurzem, regional erzeugten Strom auch regional zu nutzen. Wer zum Beispiel Photovoltaik-Sonnenstrom produziert, kann den Überschuss künftig in einer Energiegemeinschaft weitergeben – zum Beispiel an öffentliche Gebäude oder Unternehmen. „Das ist nicht nur für Gemeinden, sondern auch für Klein- und Mittelbetriebe und Privathaushalte in der Region interessant. Um die Teilnahme zu vereinfachen, haben wir beschlossen, die ,Erneuerbaren Energieerzeugergemeinschaft Region Amstetten (EEG)‘ zu gründen. Sie wird die größte in Niederösterreich sein“, sagt der Obmann des Gemeindedienstleistungsverbandes (gda), Landtagsabgeordneter Anton Kasser.

Er sieht in der Gründung der EEG den nächsten wichtigen Schritt zur Energiewende im Bezirk. „Wenn wir den sauberen Strom, den wir auf unseren Dächern erzeugen, lokal nutzen, ist das ökologisch sinnvoll und entlastet auch die Leitungsnetze. Alle Bürger sind eingeladen, sich zu beteiligen – einerseits durch die Errichtung von Photovoltaikanlagen, andererseits durch die Nutzung der damit produzierten Energie“, sagt der gda-Obmann.

Vorteil: Unabhängig vom übergeordneten Stromnetz

Dass die Energiegemeinschaften für den einzelnen Haushalt eine große Ersparnis bei den Stromkosten bringen werden, glaubt Kasser nicht. „Wahrscheinlich wird es etwas billiger als bisher, aber wir wissen die Preise derzeit noch nicht. Das wird auch davon abhängen, wer dabei ist. Den besten Preis werden wir haben, wenn sich die Zahl der Einspeiser und die der Abnehmer die Waage halten“, so Kasser.

Höher als bisher soll künftig auf jeden Fall der Tarif für die Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz sein. Damit soll auch ein Anreiz geschaffen werden, noch mehr Photovoltaikanlagen zu errichten. Kasser weist aber auch noch auf einen anderen großen Vorteil der Energiegemeinschaften hin. „Wir werden damit unabhängiger vom übergeordneten Stromnetz und die Pandemie und auch der Ukraine-Krieg zeigen uns, wie wichtig das ist.“ Bis Oktober will man nun die Werbetrommel für die EEG rühren und dann Bilanz ziehen, wie viele Einspeiser und Abnehmer es schon gibt, wobei Ausstieg und Aufnahme auch danach jederzeit möglich sein werden. Gegründet werden sollen die Erneuerbaren Energie Gesellschaften 2023. „Wichtig zu betonen ist, dass es sich um ein gemeinnütziges Projekt handelt und die Erhöhung der regionalen Stromproduktion im Vordergrund steht – nach dem Motto ,Machen wir die Dächer voll‘“, sagt Anton Kasser.

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