Ertl will raus aus Öl

Erstellt am 01. Juni 2022 | 02:40
Lesezeit: 3 Min
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Beim Info-Abend „Raus aus dem Öl“ (von links): Klemens Willim (gda), Bürgermeister Josef Forster, Energieberater Friedrich Heigl, Umweltgemeinderat Manfred Kalkgruber, Paul Latschenberger (Seitenstettner Fernwärme GmbH) und Christoph Steinbichler (Ansprechperson für „Raus aus dem Öl“).
Foto: gda
Zurzeit werden noch 98 Häuser mit Öl geheizt, diese Zahl soll sich in den nächsten Jahren halbieren. Die Förderungen sind gut.
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Großes Interesse gab es kürzlich beim Vortragsabend „Raus aus dem Öl“, der im Gasthaus Lohnecker über die Bühne ging. Die Gemeindeverantwortlichen der Aktion „Raus aus Öl in Ertl“, Umweltgemeinderat Manfred Kalkgruber und Energiegemeinderat Christoph Steinbichler sowie Bürgermeister Josef Forster, konnten 40 interessierte Personen begrüßen.

Aktuell gibt es in Ertl noch 98 Ölheizungen. „Unser Ziel ist es, diese Zahl in den nächsten Jahren zu halbieren. Im Ortskern ist natürlich die Nahwärme eine gute Alternative und der Umstieg wird auch gut gefördert mit 4.000 Euro vom Bund, 3.000 Euro vom Land und jetzt noch dem zusätzlichen ,Raus aus dem Öl‘-Bonus in Höhe von 3.500 Euro“, sagt Kalkgruber.

Derzeit werden in Ertl 25 Objekte mit Nahwärme versorgt – Gemeindegebäude, aber auch einige private Häuser. Das Heizwerk hätte ausreichend Kapazität für weitere Anschlüsse und die Hackschnitzel, die verheizt werden, stammen allesamt aus der näheren Region im Umkreis von etwa zehn Kilometern.

Für Häuser, für die kein Nahwärmeanschluss infrage kommt, bietet sich eine Pelletsheizung an und für Neubauten natürlich eine Wärmepumpe. Dass viele Menschen auf der Suche nach einer Alternative zu fossilen Brennstoffen sind und ihre Häuser energietechnisch optimieren wollen, zeigt der Andrang bei den 30-minütigen Energieberatungen am Gemeindeamt. In der Vorwoche waren alle Termine bereits ausgebucht.

Die Teilnahme an einer Info-Veranstaltung und die Energieberatung sind übrigens Voraussetzung dafür, die Fördertöpfe optimal ausschöpfen zu können. „Wir möchten daher auch schon im Juni weitere Beratungstermine anbieten“, sagt Kalkgruber.

Der rührige Umweltgemeinderat treibt in Ertl auch den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen zügig voran. „Das letzte große Projekt der Gemeinde war da ja das Schuldach. Ich habe aber auch schon Folgeprojekte ausgearbeitet, zum Beispiel am Kindergarten – aber zurzeit sind sie schwer umzusetzen, weil die Photovoltaik-Firmen so viele Aufträge haben und die Rohstoffe schwer lieferbar sind“, berichtet Kalkgruber.

Im Vorjahr wurden in Ertl übrigens auf privaten Hausdächern und auf landwirtschaftlichen Gebäuden Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 400 kwp gebaut. Die Gemeinde schaffte damit den dritten Platz in der Photovoltaik-Liga im Bezirk. Kalkgruber, der gemeinsam mit Steinbichler viel Überzeugungsarbeit leistet, ist auch heuer unermüdlich dabei, den Ertlern und Ertlerinnen die Vorteile des Sonnenstroms vom Hausdach anzupreisen. „Es ist wichtig, zu den Leuten hinzugehen und ihnen zu erklären, warum das Sinn macht und effizient ist.“

Weitere Informationen: www.energie-noe.at/persoenliche-beratung, https://gda.gv.at/ raus-aus-dem-oel; https://www.energie-noe.at/raus-aus-dem-oel

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