Seitenstetten: Fernwärme GmbH will Netz erweitern

Erstellt am 02. Februar 2022 | 04:01
Lesezeit: 3 Min
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Vizebürgermeister Leopold Kronsteiner und Paul Latschenberger (rechts), Geschäftsführer der Seitenstettner Fernwärme GmbH, vor dem 500-kW-Heizkessel im Fernwärmewerk.
Foto: Knapp
Rund zwei Kilometer neue Leitung sollen verlegt werden. Viele Bürger haben schon Interesse an Anschluss angemeldet.
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Die Seitenstettner Fernwärme GmbH plant, ihr Leitungsnetz in der Gemeinde auszubauen. Gespräche mit potenziellen Kunden werden derzeit geführt. Paul Latschenberger, Geschäftsführer des Unternehmens, weist auf die Vorteile der Fernwärme hin. „Der Brennstoff, nämlich das Holz, kommt aus der Region von Landwirten und Sägewerken. Außerdem ist Biomasse CO₂-neutral und daher ein Beitrag zum Umweltschutz“, betont der Biberbacher. Rohstoff sei auch künftig genug vorhanden, da der Waldanteil in Österreich zu- und nicht abnehme.

Wer sich zum Anschluss an die Fernwärme entscheidet, bekommt vom Unternehmen im Haus eine Übergabestation montiert – für den Anschluss an das hauseigene Leitungsnetz muss der Kunde selbst sorgen. „Wir bieten aber auch dafür mit Fa. Haustechnik Schirghuber Gesamtpakete an, sodass sich unsere Kunden um nichts mehr kümmern müssen“, sagt Latschenberger.

Finanziell ist der Umstieg auf Fernwärme für die Kunden überschaubar. „Abzüglich aller Forderungen kostet das beim Tausch einer Ölheizung und einer Anschlussleistung von 15 kw, die für ein Einfamilienhaus ausreichend ist, rund 4.320 Euro. Bei einem Gasanschluss, der ersetzt wird, sind die Förderungen noch besser, da bleiben für den Hausbesitzer etwa 2.500 Euro zu bezahlen, sofern jeweils die bestehende Heizungsverteilung in Ordnung ist“, rechnet Latschenberger vor.

Rund zwei Kilometer Leitungen sollen noch heuer verlegt werden – unter anderem in die Lehensiedlung, auch Richtung Abt-Theodor-Springer-Straße und hin zur Waidhofner Straße. „Derzeit hat die Seitenstettner Fernwärme GmbH rund 65 Hausanschlüsse und (aufgrund einiger Mehrparteienhäuser) rund 130 Kunden. Auch alle öffentlichen Gebäude wie Gemeinde und Schulen und natürlich auch das Stift werden mit regional produzierter Energie versorgt. Latschenberger hofft, dass noch viele Seitenstettner die Vorteile der Fernwärme erkennen, vor allem jene, deren Heizanlagen ohnehin schon in die Jahre gekommen sind. „Mit unserem 2-Megawatt-Kessel, dem 500-kW-Kessel für den Sommerbetrieb und unserem 100.000 Liter Pufferspeicher zum Abfangen von Verbrauchsspitzen haben wir ausreichend Kapazität, um noch viele weitere Haushalte versorgen zu können“, sagt der Unternehmer.

Auch Seitenstettens Vizebürgermeister Leopold Krondorfer plädiert für den Umstieg auf Fernwärme. „Wir sind froh, dass wir so ein Unternehmen in der Gemeinde haben.“ Der Fernwärme-Preis ist für die Kunden in Seitenstetten übrigens an den Verbraucherpreisindex gebunden. Das schließt ähnlich große Preissprünge, wie viele Hausbesitzer sie gerade beim Gas erleben, aus.

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