EU bietet Jugend Chance. 138 Jugendliche von fünf höheren Schulen waren am Mittwoch der Einladung des Museumsvereins Ostarrichi gefolgt, um über Gewalt und Macht zu sprechen.

Von Heribert Hudler. Erstellt am 24. Oktober 2017 (10:32)

Am vergangenen Mittwoch trafen im Rahmen der Jugend Enquete Ostarrichi 138 Jugendliche zum intensiven Austausch über Gewalt & Macht mit Wissenschaftlern und Experten im Museum Ostarrichi zusammen. Seit Jahren ist das Regionalmuseum in Neuhofen als Ort des Diskurses zu aktuellen gesellschaftlichen Themen bekannt.

Mit Bernhard Heinzlmaier ist es gelungen, einen der international renommiertesten Jugendkulturforscher nach Neuhofen zu bringen. Er ist Mitbegründer des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien und Geschäftsführer der Trend- und Marktforschungsagentur Tfactory in Hamburg. Seine hervorragende Keynote „Gewalt & Macht aus der Sicht eines Jugendkulturforschers“ zeigte, dass die Sozialwissenschaft ein ungemein anregendes und vor allem auf die Gegenwart bezogenes Wissenschaftsgebiet ist. Heinzlmaier verstand es durch seine mitreißende Sprache und seinen authentischen Vortrag das Interesse der Jugendlichen für das anspruchsvolle Thema sofort zu wecken.

„Macht und Gewalt beginnen schon in der frühesten Jugendzeit.“ Jugendkulturforscher Bernhard Heinzlmaier

Das zeigte sich anschließend bei den intensiv geführten Diskussionsrunden. Hier lernten die jungen Diskutanten auch den Journalisten André Igler vom Chaos Computer Club Wien kennen, einer Vereinigung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, junge Menschen neben den Annehmlichkeiten des Internets auch über die Gefahren der digitalen Welt aufzuklären.

Der Mediator Oliver Jeschonek diskutierte mit ihnen dann über das Thema gewaltfreie Sprache, über Eskalationsspiralen und Maßnahmen zur Deeskalation. Großes Interesse gab es bei der Diskussionsrunde um den Deradikalisierungsexperten Salih Seferović, der kenntnisreich und versiert auf sehr viele Fragen der Jugendlichen einging. Direkt im Museum trafen die Schüler auch auf Leopold Wieser, Kulturvermittler im Museum Ostarrichi, der mit ihnen das Thema Gewalt und Macht aus historischer Sicht diskutierte. Es war eine prominent besetzte Jugend Enquete 2017, die zahlreiche Schüler ins Museum Ostarrichi gebracht hat.

NOEN

Erstmals wurde im Rahmen der Jugend Enquete Ostarrichi am Nachmittag auch ein Seminar für Pädagogen angeboten. Unter dem Titel „Integrationsarbeit ist Informations- und Beziehungsarbeit! Ohne (persönliche) Bindung, kein (Bildungs-)Erfolg“ bot Murat Düzel von der Integrationsstelle der Abteilung Staatsbürgerschaft und Wahlen, Amt der NÖ Landesregierung, aktuelle Daten und Fakten zur Migration und informierte über Unterstützung und Hilfe für Schulen. Mit 21 interessierten Lehrern verschiedener Schultypen war das Seminar sehr gut besucht.

So wird auch in Zukunft das Museum Ostarrichi verstärkt als Begegnungsraum für aktuelle Themen der Gegenwart in Form von Seminaren für Pädagogen zur Verfügung stehen. Der Museumsverein Ostarrichi freut sich, dass die Angebote des Museums für Schulen auf große Resonanz und Interesse stoßen, und dankt der Kulturvermittlerin Helga Steinacher für die Organisation dieser Projekte.