Römerwelt Wallsee als Weltkulturerbe

Ausgrabungen und die Relikte der Römer wurden als Teil des „Donaulimes“ aufgenommen.

Erstellt am 13. August 2021 | 05:22
440_0900_390081_vsvgvg.jpg
Eines der Highlights in der Römerwelt ist der Grabstein des Publius Aelius Sextinus, der 200 nach Christus die Funktionen des Ratsherrn übrig hatte.
Foto: ADIG – Archäologischer Dienst GesmbH

„Limes“ bedeutet auf Latein „Grenze“. Nun wurde der 360 Kilometer lange Abschnitt der Donau zum Weltkulturerbe ernannt. Die Donau galt in der römischen Zeit als eine der bedeutsamsten Verkehrsverbindungen für einen geregelten Warentransfer und war über mehrere Jahrhunderte eine der wichtigsten Flussgrenzen des Römischen Reiches. Die Römer besiedelten die Gebiete entlang der Donau.

„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung und hoffen, dass viele Menschen darauf aufmerksam werden, welches wertvolle Gut die Römer hinterlassen haben“ Klaus Nagelhofer

Sie hatten zahlreiche Fähigkeiten, waren Pioniere im Weinbau, errichteten ganze Dörfer und Städte und hinterließen somit zahlreiche Schätze, wie auch in Wallsee. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung und hoffen, dass viele Menschen darauf aufmerksam werden, welches wertvolle Gut die Römer hinterlassen haben“, sagt Gemeinderat und Zuständiger für das Römermuseum und Archäologie in Wallsee, Klaus Nagelhofer. „Natürlich wird es auch eine große Herausforderung, dieses Erbe zu schützen.“

Wallsee ist auf einem Hilfstruppenkastell erbaut, das 400 Jahre lang besetzt war. Es wurden Reste dieses Kleinkastells und eines Lagerdorfes gefunden, die erstaunlich gut erhalten sind. Mit einem weiteren Hinweis betont Nagelhofer, dass die Römerwelt mit ihren Ausgrabungsstätten in Wallsee seit drei Jahren für die Öffentlichkeit zugängig ist, und er jeden dazu einlädt, an den Führungen des Museumsvereins teilzunehmen. Durch die Führung wird 2.000 Jahre Geschichte ersichtlich.

Sie zeigt, wie die Römer gelebt haben und welches Erbe nicht nur in Wallsee, sondern in der ganzen Donauregion vorliegt. „Die Ernennung des Welterbestatus hat aber keine Auswirkungen auf derzeitige Auflagen der Flächenwidmung“, beantwortet der Gemeinderat etwaige Fragen von möglichen Bauwerbern. Der Prozess − Wallsee mit den wertvollen Römerfunden als Weltkulturerbe zu ernennen − begann bereits vor über zehn Jahren.

Der Einreichprozess war mit jahrelangen, intensiven wissenschaftlichen Vorstudien im Bereich der archäologischen Forschung verbunden. Österreich ist mit 22 Teilkomponenten − dazu zählen Denkmäler und Überreste von Militärlagern, Wachtürmen und Kastellen − beteiligt und wurde nun vom zuständigen Komitee mit dieser hohen Auszeichnung versehen.