Anrainer lehnen zweite Amstettner Ybbsbrücke ab. Anrainer laufen gegen zweite Ybbsbrücke Sturm und stoßen bei Stadtchefin auf Verständnis.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 07. Februar 2017 (06:40)
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Eine Abordnung der Anrainer sprach in der Vorwoche bei der Bürgermeisterin vor (v.l.): Philipp Wininger, Jan Horvatits, Brigitta Punzengruber, Gerhard Zauner und Alfred Mar.
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„Wir lehnen das Brücken- und Straßenobjekt absolut ab, ebenso alle Alternativen, die Greimpersdorf und Wassering/Doislau in abgeänderter Form betreffen könnten“, sagt Gerhard Zauner. Er ist einer der Anrainer die gegen eine mögliche zweite Ybbsbrücke Sturm laufen, wie sie im neuen Entwicklungskonzept der Stadt vorgesehen wäre.

Anrainervertreter: Liste der Einwände ist lang

Im Dezember wurde das Konzept präsentiert, aber erst im Jänner ging den Anrainern von Greimpersdorf und Wassering so richtig auf, was da möglicherweise auf sie zukommen könnte. Denn der Verkehr, der über die neue Brücke fließt, würde über die Arthur–Krupp–Straße stadteinwärts geführt. Seither werden die Bürger nicht müde, dagegen zu opponieren.

Am Donnerstag der Vorwoche trafen fünf Anrainervertreter nun mit Stadtchefin Ursula Puchebner und Valerie Freinberger vom Bauamt zusammen, um ihre Bedenken zu präsentieren. Die Liste der Einwände, die die Bürger gegen eine mögliche Ybbsbrücke mit Verkehrsanbindung an die Arthur-Krupp-Straße erheben, ist lang. Sie reicht vom Verlust der Lebens- und Wohnqualität, über Lärmemissionen bis zum Verlust des dörflichen Charakters von Greimpersdorf. Sie sehen aber auch die Umwelt gefährdet.

Andiskutiert wurde beim Treffen mit der Bürgermeisterin eine eine alternative Trasse, die von Winklarn entlang der Ybbs Richtung Klein-Greinsfurth führen und eine Ybbsbrücke etwa auf Höhe des Obi-Baumarkts vorsehen würde.

Bürgermeisterin Ursula Puchebner betont, dass es in der außerordentlichen Sitzung des Verkehrsplanungsausschusses am 22. Februar wichtig sein wird, die Argumente der Bürger genau abzuwägen. „Denn hier wurde von den Betroffenen sehr viel Zeit und Energie in eine sachlich fundamentierte Argumentation investiert. Das muss man daher sehr ernst nehmen.“

Auseinandersetzung zeige „den Willen mitzugestalten“

Puchebner räumt ein, dass ihr Herz nicht an der derzeit vorliegenden Trassenführung hänge und die positive Entwicklung der Stadt sicher nicht allein von dieser zusätzlichen Ybbsbrücke abhänge. Es sei aber andererseits auch Aufgabe voraus zu blicken und künftige Entwicklungen vorwegzunehmen.

Sie finde es aber toll, so die Stadtchefin, dass sich nun auch so viele Leute mit dem Entwicklungskonzept auseinandersetzten, „denn das zeigt ein starkes Heimatbewusstsein und den Willen mitzugestalten.“ Puchebner will nun das Ergebnis der Ausschusssitzung abwarten. Dann wird es bei Bedarf eine Bürger-Informationsveranstaltung geben.

Für die Anrainer ist klar: Wird die Brücke nicht aus dem Entwicklungskonzept gestrichen, werden sie eine Bürgerinitiative gründen und jedes mögliche Projekt bekämpfen.

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