"Es macht Freude in Amstetten zu leben!"

Aktualisiert am 22. Mai 2022 | 18:19
Lesezeit: 7 Min
"Die Amstettner und Amstettnerinnen sind es, die unsere Stadt prägen", betonte Bürgermeister Christian Haberhauer beim "Festakt 50 Jahre Großgemeinde Amstetten" am Sonntagvormittag in der Eishalle in Amstetten. Einer von diesen Menschen, Karl Dunkl (85), brachte auf den Punkt, was viele Menschen für die Mostviertelmetropole empfinden: "Es macht einfach Freude, hier zu leben."
Werbung
Anzeige

Im Jahr 1972 schlossen sich die damals selbständigen Orte Amstetten, Ulmerfeld-Hausmening, Mauer und Preinsbach zusammen und bildeten das bestehende Stadtgebiet von Amstetten samt den Ortsteilen. "Und alle Teile der Gemeinde sind daraus gestärkt hervorgegangen, haben voneinander profitiert und die Stadtgemeinde zu einem bedeutenden Player in Niederösterreich gemacht", sagt Bürgermeister Christian Haberhauer voll Stolz.

New Image
Die amtierenden Amstettner Gemeinderätinnen und Gemeinderäte.
Foto: Knapp

Es gibt also genug Anlass die Bildung der Großgemeinde vor 50 Jahren zu feiern und deshalb hat die Stadt die Amstettner und Amstettnerinnen am Sonntag zu einem Volksfest in die Eishalle eingeladen.

Zu Beginn wurde natürlich auf die 50-jährige Geschichte zurückgeblickt - mit einem Film in dem Amstettner und Amstettnerinnen zu Wort kamen, und auch eine Liebeserklärung an ihre Stadt aber durchaus auch an ihren Ortsteil abgaben. "Ich bin ein stolzer Preinsbacher", verkündete etwa Anton Distelberger senior (90), der sich natürlich noch an die Gemeindezusammenlegung erinnern kann. "Sie war ein Segen, denn dadurch hat es für Amstetten mehr Geld gegeben und damals wurden die Straßen staubfrei gemacht. Es waren positive Jahre".

Unternehmer in Ruhe, Karl Dunkl, hob in seinem Interview auf der Bühne der Eishalle die baulichen Errungenschaften der Stadt hervor - etwa die Pölzhalle und jüngstens auch die Wirkstatt in Hausmening, die Raum für Kultur, Sport und Veranstaltung aller Art bieten. Großes Lob zollte er dem ehemaligen Chef der Amstettner Veranstaltungsbetriebe, Hannes Kropfreiter, "der aus Amstetten engagiert und gescheit eine Kulturstätte gemacht hat und mit dem Musical auch weit über Österreichs Grenzen hinaus bekannt."

Dunkl kann sich natürlich auch noch an Bürgermeister Johann Pölz erinnern, der ja zur Zeit der Gemeindezusammenlegung die Geschicke der Stadt leitete. Ihr erstes Zusammentreffen war ein Verkehrsunfall am Hauptplatz. Pölz fuhr damals mit seinem Wagen auf das Auto Dunkels auf, der damit vor einer roten Ampel hielt. "Ich dachte du fährst noch durch", habe Pölz damals zu ihm gesagt, erinnert sich Dunkl. Es ergab sich ein anregendes Gespräch und sie trennten sich freundschaftlich.

Landesrätin Ulrike Königsberger Ludwig, die eigentlich aus Gresten stammt und erst mit 29 Jahren nach Amstetten kam, erklärt auch, warum sie die Mostviertelmetropole so mag: "Es liegt an der schönen inneren Kraft Amstettens und seiner Menschen." Die SPÖ-Politikerin, die ja selbst lange in der Stadtpolitik wirkte - vor allem im Kulturbereich - wies auf einzigartige Errungenschaften Amstettens hin.

"Nirgendwo sonst gibt es etwa eine ars femina, also eine Frauenkulturwoche." Auch die F13-Veranstaltungen, die es Menschen mit weniger Einkommen ermöglichen, Kultur zu genießen, gäbe es in dieser Form nur in Amstetten. Königsberger-Ludwig hob zudem die Stadtwerke als wichtigen Betrieb hervor, lobte die vielen sozialen Initiativen und die Projekte für zugezogene Mitmenschen in der Stadt und  schwärmte vom Ybbsuferweg und von der Forstheide als Naturjuwele.

Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer berichtete, dass im Jahr 1971 auch eine Zusammenlegung der Gemeinde Oehling mit Amstetten im Gespräch gewesen sei. Im Oehlinger Gemeinderat ging die Abstimmung dann aber 18 (ÖVP) zu zwei (SPÖ) dagegen aus. Hinterholzer hob vor allem die wirtschaftliche Bedeutung Amstettens hervor. Die Stadt rangiere bei der Bruttowertschöpfung hinter St. Pölten und Wiener Neustadt (mit je rund 50.000 Einwohnern) und Schwechat an vierter Stelle.

"Dazu kann man wirklich gratulieren", betonte die ÖVP-Politikerin und verwies auch darauf, dass der Bezirk Amstetten insgesamt seit vielen Jahren beim Medianeinkommen niederösterreichweit an der Spitze stehe. "Und mit der Gründung der Wirtschaftsraum Amstetten GmbH, der 14 Gemeinden angehören, haben wir einen wichtigen Schritt für eine gute Zukunft der ganzen Region gesetzt."

Bürgermeister Christian Haberhauer hob in seiner Ansprache auch auf die vielen Projekte, die unter seinen Vorgängern Herbert Katzengruber und Ursula Puchebner verwirklicht wurden, hervor - von der Umfahrung bis zur neuen Mittelschule. "Mir ist die Entwicklung des Stadtzentrums und aller Ortsteile sehr wichtig", betonte der Stadtchef und nannte als Vorbildprojekt die Wirkstatt in Hausmening. Im Stadtzentrum selbst biete sich Amstetten in den nächsten Jahren mit der Entwicklung des Quartier A und der Remise eine Jahrhundertchance.

Wirtschafts-Landesrat Jochen Danninger, der in Vertretung der Landeshauptfrau zur Großgemeinde-Feier nach Amstetten gekommen war, hob ebenfalls das Quartier A hervor. "Es ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Niederösterreich, bei dem auf die Menschen natürlich nicht vergessen wird", betonte der ÖVP-Politiker. Die Stadt sei die Heimat vieler fleißiger Bürger und Bürgerinnen und florierender Betriebe. "Das Land sieht es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, die Städte zu stärken und daher werden wir auch in Zukunft mit Amstetten eine enge Partnerschaft pflegen", versprach der Landesrat.

Weiterlesen nach der Werbung