Erstellt am 22. Juni 2015, 09:02

von Hermann Knapp

Eschensterben: Stadt muss Bäume fällen. Forstexperte stellte fest, dass 90 Prozent der Eschen von Pilz befallen sind. An Wegen und Straßen droht akute Gefahr.

Auch auf der Oiden stehen kranke Eschen neben der Straße. Grunsätzlich müssen beiderseits von Wegen und Straßen gefährliche Bäume in einem Bereich von 20 Metern gefällt werden. Umweltgemeinderat Bernhard Wagner, Umweltstadtrat Gerhard Haag und Förster Fritz Ganster beim Markieren eines vom Pilz befallenen Baumes. Foto: Anton Kovacs  |  NOEN, Anton Kovacs

Am Donnerstag der Vorwoche fand im Rathaus eine Besprechung über den Waldwirtschaftsplan der Gemeinde für die nächsten zehn Jahre statt. Dabei ging es darum, welche Waldbestände da sind, welche Funktion sie haben und wie sie bewirtschaftet werden müssen.

50 Prozent sind laut Gutachter sehr stark befallen

Gutachter Michael Bubna-Litic hatte für Umweltgemeinderat Bernhard Wagner und Förster Fritz Ganster keine guten Nachrichten. „Er hat uns mitgeteilt, dass unsere Eschen massiv vom Pilz befallen und nicht zu retten sind“, berichtet Wagner.

Rund 22 Prozent des Baumbestandes auf Gemeindegebiet sind Eschen. Von diesen sind laut Bubna-Litic 50 Prozent sehr stark befallen, weitere 30 bis 40 Prozent befallen und nur zehn Prozent gesund.

„Es gibt zwei Schadensbilder: Einerseits werden junge Triebe befallen und die Eschen sterben von der Krone her ab. Was aber noch schlimmer ist: Seit drei oder vier Jahren greift der Pilz auch die Wurzeln an. Das ist oft nur schwer durch nekrotisch schwarze Flecken zu erkennen, wo die Rinde aufbricht“, berichtet der Forstexperte. Solche Bäume würden eines Tages ohne Vorwarnung umfallen.

„Und da beginnt die Sache dann natürlich auch, gefährlich zu werden. Wenn die Bäume mitten im Wald stehen ist es weniger Problem, entlang von Wanderwegen oder auch Straßen schaut das schon ganz anders aus“, sagt Wagner.

„Das Risiko, dass etwas passiert, ist viel zu hoch“

Das sieht auch Bubna-Litic so. „Dort muss man die Bäume umschneiden, auch wenn es einen Aufschrei der Bevölkerung gibt. Aber das Risiko, dass etwas passiert, ist viel zu hoch. Wir müssen die Eschen durch Ahorn und Eichen ersetzen.“

Konkret wird die Stadt dazu gezwungen sein, entlang der Spazierwege, wie etwa dem Naturlehrpfad in der Forstheide, aber auch entlang der Bundesstraße auf der Oiden, auf beiden Seiten in einem Bereich von 25 Metern, alle befallenen Eschen zu fällen.

„Man wird sich die Bäume natürlich anschauen und vereinzelt werden auch welche stehen bleiben können. Aber die Mehrzahl muss weg“, sagt Bubna-Litic. Die Arbeiten werden schon in den nächsten Wochen beginnen.


Weitere Infos

  • Heimische Eschen werden durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus massiv bedroht, der auch „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ genannt wurde und aus dem Osten eingeschleppt wurde.

  • Dänemark hat bereits 90 Prozent seines Eschenbestandes verloren und vielen anderen europäischen Ländern droht Ähnliches.

  • Die Gemeinde Amstetten weist eine Holzbodenfläche von 70,5 Hektar auf. 22 Prozent des Baumbestandes sind Eschen.