Kantersieg für die ÖVP im Bezirk Amstetten. Auch im Bezirk Amstetten hat die ÖVP (Auszählungsstand ohne Briefwahlkarten) mit einem Plus von 6,4 Prozent einen deutlichen Sieg eingefahren. Sie hält nun bei 43,66 Prozent. In Amstetten liegt die Partei erstmals bei einer Europawahl vor der SPÖ.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 27. Mai 2019 (10:12)
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"Es ist ein Kantersieg für das Team der ÖVP mit Teamchef Sebastian Kurz", bemühte am Wahlabend Nationalrat Alois Rosenberger aus Öhling einen Fußballvergleich und brachte damit das Ergebnis im Bezirk auf den Punkt. Mit 43,66 Prozent der Stimmen liegt die ÖVP  immerhin noch um über 8 Prozent über dem Bundesergebnis. Einig sind sich alle VP-Granden mit Bezirksparteiobmann Andreas Hanger darüber, dass "von den Wählern der Kurs von Sebastian Kurz bestätigt wurde". Offenbar trauten die Menschen aber auch den EU-Kandidaten der ÖVP zu, sie in Europa gut zu vertreten.

Die SPÖ hat im Bezirk zwar nur 0,06 Prozent verloren, liegt mit insgesamt 21,64 Prozent aber deutlich unter dem Bundesergebnis. „Auch wenn wir unsere Mandate gehalten haben, bin ich natürlich enttäuscht. Ich hätte mir ein besseres Ergebnis erwartet, weil wir einen guten Wahlkampf mit Themen geführt haben, die die Menschen bewegen. Wir stehen für besseren Arbeitnehmerschutz, sind gegen ein höheres Pensionsantrittsalter und wollen einen Mindestlohn und einen Familienbonus für alle", sagt Bezirksparteivorsitzende Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig.  Beim Nationalratswahlkampf gelte es nun, diese Unterschiede zur Politik von Sebastian Kurz noch viel klarer herauszuarbeiten. Entsetzt ist die SP-Politikerin darüber, dass sich "Ibiza-Gate" für die FPÖ kaum negativ ausgewirkt hat. 

Für FP-Bezirkspartei-Obfrau Nationalrätin Edith Mühlberghuber zeigt das Ergebnis, dass „allgemein das Interesse an der EU-Politik und an den EU-Themen zugenommen hat.“ Das leichte Minus bundesweit hält sie für verkraftbar. „Der Absturz, den uns die Mitbewerber prognostiziert haben, ist nicht eingetreten. Das Ergebnis im Bezirk zeigt, dass die FPÖ schon eine starke Kernwählerschaft hat.“ Im Bezirk konnten die Freiheitlichen sogar um 0,75 Prozent zulegen und halten nun bei 18,06 Prozent. Auf jeden Fall bemerkenswert ist die Stellungnahme der Amstettner FP-Stadträtin Brigitte Kashofer. Für sie sind die Ibiza-Videos nämlich gar nur noch "Wahlmanipulation durch deutsche Medien und den ORF". Von den ungeheuerlichen Aussagen HC Straches im Video ist da gar nicht mehr die Rede. 

Die Grünen haben im Bezirk  ein Minus von 1,92 Prozent hinnehmen müssen und liegen bei 8,87 Prozent (erfahrungsgemäß dürfte sich ihr Ergebnis durch die Wahlkarten aber noch verbessern). Grünensprecher Dominic Hörlezeder ist aber dennoch zufrieden und vom Bundesresultat begeistert. „Für die Grünen ist das ein Spitzenergebnis und zeigt, dass das Thema Klimawandel EU-weit das Wichtigste ist. Die Leute haben erkannt, dass andere Parteien zwar davon reden, es aber die Grünen im EU-Parlament braucht, um etwas voranzubringen“, sagt er. Das Resultat gebe den Grünen auch Auftrieb für die Nationalratswahl und zeige, dass man mit geringen Mitteln ein gutes Ergebnis erreichen könne. „Wir dürfen jetzt aber nicht in den Fehler verfallen, zu glauben, dass es im September automatisch auch so sein wird.“ 

Zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei ist auch der Amstettner Neos-Mandatar Roman Kuhn. „Unser Ergebnis ist überzeugend und bestätigt, dass wir die richtigen Themen angesprochen haben.“ Im Bezirk haben die Neos 0,51 Prozent verloren und halten bei 6,47 Prozent. In Amstetten darf sich Kuhn laut vorläufigem Ergebnis sogar über einen kleinen Zuwachs freuen: von 6,65 auf 7,24 Prozent. 

Die Liste Europa kam im Bezirk auf 0,76 Prozent, die KPÖ auf 0,54 Prozent.

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