Altbürgermeister im Porträt: „Bin alter Datensammler“. Jahrzehntelang hielt Altbürgermeister Franz Menk sämtliche kommunale Ereignisse in Euratsfeld fest. Einige Jahre ist er noch mit der Digitalisierung seines Archivs beschäftigt.

Von Daniela Führer. Erstellt am 02. Februar 2017 (04:36)
NOEN
Edeltraud und Franz Menk haben über viele Jahrzehnte hinweg sämtlicheEreignisse in Euratsfeld mit der Kamera festgehalten. In seinen Zeitungen „Seinerzeit“ blickt Altbürgermeister Franz Menk regelmäßig einmal pro Jahr auf sämtliche Ereignisse vor 25 Jahren zurück – dank seines gewaltigenArchivs an Fotos und gesammelten Textbeiträgen.

„Nach der Taufe meines ältesten Sohnes hab‘ ich mir eine Spiegelreflexkamera um 6.000 Schilling gekauft. Ich habe damals gesagt, jetzt, wo wir Kinder haben, brauchen wir auch eine ordentliche Kamera. Und dann hat es mich gepackt und nicht mehr losgelassen.“ Franz Menk, bis 2010 25 Jahre lang Bürgermeister von Euratsfeld, hat viele Leidenschaften: Die Fotografie ist eine davon.

1975 hat er damit begonnen und so hielt er über Jahrzehnte hinweg jedes kommunale Ereignis in Euratsfeld fest, zunächst als Amtsleiter, später in Doppelfunktion als Amtsleiter und Bürgermeister. Stand er selbst auf der Bühne, griff seine Frau Edeltraud zum Apparat.

NOEN, Führer
Akribisch hielt Franz Menk alle seine Fotos mit Angabe von Datum, Uhrzeit, Einstellungen wie Blende und Belichtungszeit samt Notiz über das Ereignis fest.

So hat sich über die vielen Jahre ein gewaltiges Fotoarchiv im Hause Menk angesammelt, das der Altbürgermeister heute in jeder freien Minute sichtet und für die Nachwelt aufbereitet. Und genau darin liegt auch Franz Menks nächste große Leidenschaft: das Sammeln.

„Ich bin ein alter Datensammler“, lacht er. „Ich habe alle Pfarrblätter und Gemeindezeitungen archiviert – seit 1977 habe ich auch alle Berichte der NÖN und anderer Zeitungen, in denen etwas über Euratsfeld geschrieben wurde, in meiner Datenbank“, erzählt Franz Menk. Eingescannt und archiviert, hat er somit Zugriff auf viele tausende Beiträge aus dem Euratsfelder Gemeindeleben der letzten Jahrzehnte.

So kam es auch, dass er 2004 den ersten Versuch mit einem historischen Beiblatt zur Gemeindezeitung startete, in dem er das Gemeindeleben vor 25 Jahren – also damals stand das Jahr 1980 mit sämtlichen gesellschaftlichen, politischen oder kirchlichen Ereignissen im Fokus – zurückblickte.

„Viele positive Reaktionen aus der Bevölkerung“

Nach anfänglichen unregelmäßigen Erscheinungsterminen wurde „Seinerzeit“ ab dem Rückblicksjahr 1985 (veröffentlicht im Jahr 2010) zum fixen alljährlichen Beiblatt der Gemeindezeitung. „Vor allem in den letzten Jahren bekomme ich viele positive Reaktionen darauf aus der Bevölkerung“, freut sich Menk.

An die 200 Stunden investiert er alleine in das Einscannen der Bilder eines einzigen Rückblicksjahres. „Da geht es mir oft so, wenn ich Bilder sehe, dass ich mir denke, was, das ist schon oder erst 25 Jahre her?“

In Zukunft möchte er noch einige Jahre „Seinerzeit“-Ausgaben produzieren. „Und ein paar Jahre Arbeit habe ich noch mit der Digitalisierung meines Fotoarchivs“, blickt er voraus. Seine gesammelten Daten und Bilder von kommunalen Ereignissen will er dann einmal dem Gemeindearchiv übergeben.