E-Mobilität: Ein „Emil“ für dich. Ab 4. September rollt in Euratsfeld der Fahrtendienst „Emil“ durch die Gemeinde. Von Montag bis Samstag sind Fahrten möglich. 20 ehrenamtliche Fahrer stehen bereit.

Von Peter Führer. Erstellt am 30. August 2017 (05:32)
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Bis Februar wird ein gemieteter KIA Soul der Firma Zellhofer als „Emil“ dienen (r.). Danach werden die Fahrten von einem eGolf vom Autohaus Weislein durchgeführt (l.). Überzeugten sich von den Gefährten (v.l.): Andreas Zeiner (Projektgruppe), Martin Krenn mit seinem eGolf), Leopold Wagner (Projektgruppe), Vizebürgermeister Johann Engelscharmüller (Vereinsobmann), Matthias Gstettenhofer (Projektgruppe), Bürgermeister Johann Weingartner, Karin Pretsch (Projektgruppe) und Reinhard Bauer (Projektgruppe). Nicht am Bild, aber ebenfalls Teil der Projektgruppe: Manfred Hochholzer.
NOEN, Peter Führer

Vor beinahe einem Jahr wurde in Euratsfeld die Idee geboren, einen Fahrtendienst mit einem Elektromobil ins Leben zu rufen. Nun wurde sie verwirklicht. Über den neu gegründeten Verein Emil („Elektromobilität im ländlichen Raum“), der bereits 30 Mitglieder hat, können ab 4. September Fahrten gebucht werden. Aber wer kann den Fahrtendienst „Emil“ nützen?

Günstige Fahrten für Vereinsmitglieder

Das Angebot richtet sich an alle Vereinsmitglieder. Diese können für einen jährlichen Beitrag von 25 Euro (Erwachsene) oder 10 Euro (Kinder) um zwei Euro Einzelfahrten oder für 18 Euro eine Monatskarte – jeweils pro Person – kaufen.

Die Fahrscheine und Monatskarten und Vereins-Beitrittserklärungen sind am Gemeindeamt und im Café Gschöpf erhältlich. Emil holt die Passagiere von zuhause ab und bringt sie innerhalb des Gemeindegebietes zum gewünschten Ort oder zu ausgewählten Zielen in den Nachbargemeinden.

Im Mostviertel einmalige Sache

„Es ist uns wichtig, dass Emil keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zu den öffentlichen Verkehrsangeboten sein soll“, betont Vizebürgermeister und Vereinsobmann Johann Engelbrechtsmüller. Er hat als Umweltgemeinderat die Umsetzung des Projektes maßgeblich forciert. „Emil“ ist im Mostviertel eine einmalige Sache, Pilotprojekte gibt es allerdings bereits in Eichgraben und Gerersdorf.

„Ursprünglich haben wir dort dieses Projekt gesehen und Tipps für die Umsetzung bekommen. Dank der Unterstützung der Firma Weislein können wir nun mit 4. September starten“, verrät Engelbrechtsmüller.

Auf Einkaufstour mit ehrenamtlichen Fahrern „Emil ist eine einmalige Attraktion im Mostviertel.“

Johann Engelbrechtsmüller, Obmann des Vereins Emil

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Personen, die über kein eigenes Kraftfahrzeug verfügen. Egal ob zum Einkaufen, für die Fahrt der Kinder zur Musikschule oder auf den Fußballplatz oder für Heimfahrten, etwa aus Amstetten. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Auch das Prozedere bis zum Fahrtantritt ist unkompliziert. Mindestens 30 Minuten vor Antritt der Fahrt melden Interessierte die Fahrt unter der Nummer 0650/5404670 an. Möglich sind Fahrten von Montag bis Samstag von 7.30 bis 21 Uhr. Chauffeure, die ehrenamtlich tätig sind, werden die Fahrt dann durchführen.

20 Fahrer sind es, die sich bereits für Schichten (eine Schicht = 3,5 Stunden) gemeldet haben. Leopold Wagner und Reinhard Bauer übernehmen die Koordinierung der Fahrer, die sich selbstständig für Schichten melden können. Durch persönlichen Kontakt habe man viele Chauffeure, darunter etwa Pensionisten, für die Idee begeistern können.

Neben der Unterstützung der Mobilität gelingt es dem Verein Emil durch den Euratsfelder Fahrtendienst ein Zeichen für umweltbewusste Technologien zu setzen. „Wir wollen die E-Technologie mit diesem Projekt auch der Bevölkerung schmackhaft machen. Die Öffentlichkeitswirksamkeit des Fahrtendienstes wird so noch verstärkt. Emil ist eine einmalige Attraktion im Mostviertel“, erklärt Johann Engelbrechtsmüller.