Sportplatznachnutzung: Kritik an Projektidee. Grüne-Gemeinderat Franz Raab ist gegen mögliche Nachnutzung des alten Sportplatzes für den Wohnbau.

Von Daniela Führer. Erstellt am 10. Februar 2017 (06:18)
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Der Großteil des alten Fußballplatzes liegt im hochwassergefährdeten Gebiet. „Und man muss auch mit einer Gefährdung von oben, von den Braunshof-Feldern her, rechnen“, äußert Grüne-Gemeinderat Franz Raab Bedenken zum angedachten Nachnutzungsprojekt, das eine teilweise Verbauung des Areals vorsieht.
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Seit 2015 wird der alte Fußballplatz Karling nur noch selten genutzt. Der SCU Euratsfeld hat beim Hametwald eine neue Heimat gefunden und auch für den Tennisverein UTC wird die neue Saison im heurigen Jahr schon am fast fertiggestellten neuen Tennisplatz, ebenfalls bei Hametwald, über die Bühne gehen. Abgesiedelt wurde, weil beide Sportanlagen im Hochwassergebiet liegen.

Seit Längerem wird nun über eine Nachnutzung des alten Sportplatzes nachgedacht. Mitte Jänner stellte die Volkspartei Euratsfeld bei ihrem Infoabend ein mögliches Konzept dafür vor, welches auch schon mit den Anrainern und im Gemeinderat diskutiert wurde.

Aus einer von der Firma IKW durchgeführten und vom Gemeinderat beauftragten Studie ging hervor, dass durch teilweise Aufschüttung und teilweise Abgrabung des Gebiets eine Verbauung – konkret erwogen werde der Bau von Doppelhäusern und des Bauhofs – möglich sei. „Es hat sich gezeigt, man wäre durch diese Maßnahmen auch bei 300-jährigen Hochwasserereignissen hochwassersicher“, teilte Martin Kaltenbrunner von der Firma IKW beim Infoabend mit.

VP: „Weiteren Verbau von Grünland schonen“

„Zirka zwei Drittel der Fläche werden renaturiert. Das Projekt hat keine Auswirkungen auf die Liegenschaften ober- und unterhalb der Sportanlage. Im Bereich des Fußballplatzes würde sogar ein höheres Retentionsvolumen zur Verfügung stehen, das heißt, das wäre eine Verbesserung gegenüber der derzeitigen Situation. Wir würden damit auch den weiteren Verbau von Grünland schonen, weil es in diesem Bereich sowieso schon viele Asphaltflächen gibt“, erklärte VP-Bürgermeister Hans Weingartner.

Einer, der mit dieser Idee gar nichts anfangen kann, ist Grüne-Gemeinderat Franz Raab: „Das wird nicht funktionieren, denn das gesamte Terrain liegt im Hochwassergebiet, wo nachweislich 1989 schon teure Schäden aufgetreten sind.“ Er selbst habe vier große Hochwasserereignisse in den letzten 90 Jahren entlang des Gafringbaches recherchiert. „Wer glaubt, man könne eine Hochwasserzone in ein Siedlungsgebiet umwandeln, der irrt sich gewaltig“, ist Raab überzeugt.

„Die geplanten Häuser haben nicht nur vom Gafringbach hinten mit Hochwasser zu rechnen, sondern auch von oben von den Braunshof-Feldern. Die künftigen Häuser würden bei den Hauseingängen mit Tonnen von Erde überflutet. Mehrmals gab es schon Abschwemmungen, die letzte massive im Sommer 2016.“ Der fortschreitende Klimawandel werde laut Raab die Situation noch verschlimmern, daher gäbe es für ihn nur eine Möglichkeit zur Nachnutzung: „Das Gebiet gänzlich zu renaturieren.“

Bürgermeister Weingartner bekräftigt, dass vorerst lediglich eine Studie zum möglichen Projekt vorliege: Der nächste Schritt sei das Erlangen einer wasserrechtlichen Bewilligung als Voraussetzung für weitere Schritte. Vorgespräche mit der Behörde gab es bereits.