EVN plant Kraftwerke an der unteren Ybbs

Erstellt am 30. November 2010 | 00:00
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TRANSPARENZ / Gemeinden und Anrainer sollen in die Entwicklung von konkreten Projekten eingebunden werden.
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VON HERMANN KNAPP

BEZIRK AMSTETTEN / Auf Basis einer Potenzialstudie des Landes über die Ybbs hat die EVN nun mögliche Standorte für Kraftwerke im Unterlauf des Flusses ausfindig gemacht. „Das Land hat ja das ehrgeizige Ziel, dass bis zum Jahr 2015 der gesamte Strom und 50 Prozent der Gesamtenergie aus erneuerbarer Energie kommen. Und Niederösterreichs Flüsse können da bei behutsamer Nutzung einen wichtigen Beitrag leisten“, sagt Stefan Zach, Leiter Information und Kommunikation der EVN. Alle Flüsse im Land zusammengenommen könnten mit neuen Kraftwerken bis zu 300 Gigawatt-Stunden gewonnen werden - 20 Prozent davon allein an der Ybbs (das ist sechs Mal die Leistung des Kraftwerkes Schütt in Gstadt). „Wir wollen dieses Potenzial mit Fingerspitzengefühl ausschöpfen“, sagt Zach. Dabei sei sicher nicht von solch großen Projekten die Rede wie jenem, das die EVN vor Jahren in der Gemeinde Ferschnitz im Bereich Hohe Brücke ins Auge gefasst hatte. „Es geht uns um kleinere, naturnahe Kraftwerke, die sich in das Landschaftsbild einfügen. Acht Meter hohe Staumauern wird es bestimmt nicht geben“, erklärt Zach.

Er sieht in kleineren Anlagen auch eine Chance, die Hochwassersituation im Bereich des
Ybbsunterlaufes zu verbessern. „Wir wissen ja, dass manche Gemeinden da mit massiven Problemen zu kämpfen haben.“ Konkrete Projekte hat die EVN noch nicht auf dem Tisch - und das aus gutem Grund: „Wir wollen die Kommunen (St. Georgen/Ybbsfelde, Ferschnitz, Euratsfeld, Blindenmarkt, Neumarkt Anm. d. Red), die Anrainer und auch Umweltschützer von Anfang an in die Entwicklung der Projekte einbinden. Noch im Dezember wird es erste Gespräche mit Gemeinden geben. Transparenz ist oberstes Gebot.“ Wenn alle Gesprächstermine wie geplant zustande kommen, dann ist man bei der EVN zuversichtlich, dass sich bis Februar nächsten Jahres die ersten Standorte für konkrete Projekte herauskristallisieren könnten.

Auch NGOs (Nichtregierungsorganisationen) aber auch andere sind eingeladen, sich am Entwicklungsprozess der Projekte zu beteiligen. „Interessenten können sich am Ybbs-Telefon unter 02236/200/12062 oder ybbs@evn.at an die EVN wenden“, sagt der EVN-Sprecher.

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