Ermittlungen gegen Mostviertler: Opferzahl gestiegen. In den Ermittlungen gegen ein mittlerweile ausgeschlossenes SPÖ-Mitglied haben sich weitere Missbrauchsopfer gemeldet - die Zahl ist damit von drei auf fünf gestiegen.

Von Redaktion, APA und Hermann Knapp. Update am 01. Februar 2018 (08:33)
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"Der Tatzeitraum reicht bis in die 1990er-Jahre zurück", bestätigte Leopold Bien von der Staatsanwaltschaft St. Pölten am Mittwoch einen "Krone"-Onlinebericht. Der in U-Haft befindliche Mann bestreitet weiterhin alle Vorwürfe.

Die Opfer stammen laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft "aus dem sozialen Umfeld" des Mostviertlers - nicht alle seien mit ihm verwandtschaftlich verbunden. Laut "Krone" soll es sich um zwei Enkel, eine Schulfreundin eines Enkelkindes und zwei heute mittlerweile Erwachsene handeln.

Swimmingpool als vermutlicher Tatort der Übergriffe

Die Opfer wurden laut Bien bereits von der Polizei befragt, kontradiktorische Einvernahmen seien für die nächsten Wochen geplant. Die Übergriffe auf die ersten beiden, inzwischen erwachsenen Opfer sollen (nicht durchgehend) von 1990 bis 1995 stattgefunden haben.

Laut NÖN-Informationen sollen die Übergriffe auf die drei minderjährigen Opfer (zeitversetzt) zwischen 2012 und 2017 passiert, Tatort soll der Swimmingpool beim Wohnhaus des Täters gewesen sein.

Dolche mit SS-Zeichen, 94 Bajonette etc. gefunden

Dem ehemaligen Gemeindepolitiker werden auch Wiederbetätigung und Verstöße gegen das Waffengesetz angelastet. In seinem Haus im Bezirk Amstetten wurden nach NÖN-Informationen zwei Sprenggranaten, zwei Schlagringe sowie vier Waffen der Kategorie B (Faustfeuerwaffen) sichergestellt.

Weiters fanden die Ermittler 94 Bajonette, 86 Dolche, Waffenteile der Kategorie C (Büchsen) und D (Flinten), Waffen gem. § 45 WaffG (historische Schusswafen), sowie einige hundert Stück Munition (Faustfeuerwaffenmunition und Gewehrpatronen mit Vollmantelgeschoßen) sichergestellt.

Im Keller fanden sich auch Dolche mit SS-Zeichen, Wimpelketten mit Hakenkreuzen, Schaufensterpuppen mit SS-Uniformen und Hitler-Büsten.

Der Beschuldigte sei auch vor der Haft- und Rechtsschutzrichterin zu sämtlichen Vorwürfen nicht geständig gewesen, sagte der Staatsanwalt. Die SPÖ Niederösterreich hat den Mann aus der Partei ausgeschlossen. Der Beschluss fiel in einer Sitzung des Landesparteivorstandes am Dienstagabend.