Experten entwarnen

Erstellt am 04. März 2014 | 23:59
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Web-Artikel 14291
Foto: NOEN, Gemeinde
ARDAGGER / Schlammanlandungen erhöhen den Wasserstand nicht. Stauräume der Kraftwerke sollten aber früher gespült werden.
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Von Hannes Hirtenlehner

Zwei Experten untersuchten das Donauhochwasser vom Juni 2013. Vor Kurzem präsentierten Günther Reichel, der im Auftrag der NÖ Landesregierung mit einer Spezialauswertung für den Bereich um Ardagger beauftragt war, und Professor Helmut Habersack von der Universität für Bodenkultur Wien in Ardagger ihre Ergebnisse.

Schlammanlandungen sind gewaltig

Für die Bürger von Ardagger Markt habe es dabei eine besonders wichtige Erkenntnis gegeben, berichtet Bürgermeister Johannes Pressl: „Die Schlammanlandungen sind zwar gewaltig, haben aber gerade im Osten des Machlandes (also bei Ardagger) keine direkten Auswirkungen auf die Höhe des Wassers am Schutzdamm.“ Denn bei einem derart großen Hochwasser sei das Machland wie eine Badewanne „ebenflächig ausgespiegelt“. Zwischen Wallsee und Ardagger bestehe nur ein Unterschied von maximal 60 Zentimetern Wasserhöhe.

„Das deutet darauf hin, dass die Enge des Abflusses im Strudengau viel mehr darüber entscheidet, wie hoch das Wasser in Ardagger steigt, als im Machland ausgelagerte Anlandungen“, folgert Pressl. Trotzdem müsste die laufende Sedimentanlagerung entlang der gesamten Donau als „kritisch” beurteilt werden, stellten die Experten fest. Denn generell führten die Ablagerungen in einzelnen Bereichen sehr wohl zu Veränderungen des Gerinneverhaltens. In diesen Bereichen könnten die Ablagerungen zu einer Düsenwirkung führen, die in der Folge die Bodenerosion verschlimmert.

 

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Wasserrechtliche Genehmigung hinterfragt

„Daher sollten auf jeden Fall entlang der gesamten Donau Maßnahmen zur frühzeitigen Sedimentmobilisierung weiter verfolgt werden“, stellen die Experten fest. „Die Stauräume der Donaukraftwerke sollten also bereits gespült werden, bevor die Donau ausufert“, erklärt Pressl. In diesem Zusammenhang müssten die wasserrechtliche Genehmigung für den Verbund – und die daran geknüpften Bedingungen – hinterfragt werden.

Außerdem stellten die Fachleute auch fest, dass die Höhen und Durchflüsse etwa einem 150-jährlichen Hochwasser (HQ 150) entsprechen, in anderen Teilbereichen war die Wassermenge nahe an einem HQ300.

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