Feines Kellertheater

Erstellt am 04. Februar 2014 | 23:59
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Foto: NOEN
Premiere / Der Haager Theaterkeller wird seinem Ruf als unterhaltsame Bühne mit hohem Lachpotenzial mit „Freche Diebe“ gerecht.
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Von Leopold Kogler

STADT HAAG / Die Inszenierung von Daniel Pascal bringt mit der Komödie von Jack Popplewells „Freche Diebe“ fantastisch gespieltes Theater auf die Bühne, das diebische Ambitionen auf ironische Art und Weise umdeutet. Der Regisseur hat erfolgreich viele Klippen umschifft und liefert nicht einen Abklatsch voll Klamauk, sondern eine herzhafte Parodie. Zudem trumpft das ganze Ensemble mit Schauspielkunst auf.

Die Geschichte von David (Bernhard Oppl), der in einer der Faulheit geweihten Welt lebt, gerät gehörig ins Wanken. Die junge Einbrecherin Penelope (Melanie Schuhbauer) wird bei einem Einbruch in seiner Wohnung ertappt und er versucht sie auf die rechte Bahn zu bringen. Doch da stellen sich gehörige Probleme in den Weg. Penelopes Vater (Walter Ludwig), seine Mutter (Irmi Gruber) und dann auch noch ein Kriminalinspektor (Martin Dreiling) tauchen auf und bringen seine Welt durcheinander. Auch die Verlobung mit Helen (Julia Kastner) bekommt ordentlich Risse ab. Sein Diener Wilkinson (Michael Zintl-Reburg) ist die Ruhe in Person und schaukelt bravourös das Tagesgeschehen.

Die Aufführung ist ausgetüftelt und mit Slapsticks angereichert; die Handlungsstränge werden immer wieder verblüffend entwirrt. Insgesamt eine flotte Komödie mit eingebauten Sickerwitzen. Im properen Wohnzimmer (Edith und Hans Hengst) von David Warren geht es richtig rund. Abgängen funktioniert bestens.

Das gesamte Ensemble hat offensichtlich Spaß und vermag dies auch zu vermitteln:

Bernhard Oppl ist ein nicht allzu intelligenter Sohnemann mit pädagogischem Eifer, Melanie Schuhbauer als Penelope wandelt auf heißen Liebes,-sowie kriminellen Spuren. Irmi Gruber ist die resolute Mutter am Rande eines Familienkrachs, Michael Zintl-Reburg gibt sich seriös und glänzt in seiner Paraderolle als exzellenter Diener, Martin Dreiling als Inspektor ist eine gewaltige Erscheinung. Walter Ludwig überzeugt mit kluger Mimik und Gestik und Julia Kastner gibt sich gar polyglott. Eine unterhaltsame Produktion, die das Publikum begeisterte.

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