Bürgermeister Hülmbauer: „Lassen wir Dinge hinter uns“ . Mit je 14 Stimmen wurden Michael Hülmbauer zum Ortschef und Hermine Berger zur Vize gewählt.

Von Daniela Führer. Erstellt am 03. März 2020 (03:24)
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Der neue Gemeinderat von Ferschnitz präsentiert sich mit etlichen neuen Gesichtern der Liste „Vielfalt für Ferschnitz“. Michael Hülmbauer(vorne Mitte) ist abermals Bürgermeister – neu an seiner Seite: Vizebürgermeisterin Hermine Berger (3. von links vorne).
Daniela Führer

Es war schon eine gewisse Anspannung zu spüren bei der konstituierenden Gemeinderatssitzung am Freitag im Sitzungssaal des Gemeindeamts. Die neue politische Gemeindeführung wurde an diesem Abend wieder für die nächsten fünf Jahre gewählt. Mit sieben Mandataren der Liste „Vielfalt für Ferschnitz“ (VFF) zogen viele neue Gesichter in den Gemeinderat ein.

Ingrid Schwarzenbacher (Liste „Vielfalt“) hatte zunächst den Altersvorsitz inne. Sie nahm allen Mandataren die Gelöbnisformel ab und im Anschluss erfolgte die Bürgermeister-Wahl. Der Vorschlag der ÖVP lautete auf Michael Hülmbauer (ÖVP), der auch mehrheitlich mit 14 Stimmen (5 ungültig) erneut zum Ortschef gewählt wurde.

Altersvorsitzende Ingrid Schwarzenbacher gratulierte ihm zur Wahl und richtete als Fraktionssprecherin ihrer Liste dann auch noch persönliche Worte an alle Gemeinderäte: „Wir wünschen uns eine positive, konstruktive Zusammenarbeit zum Wohl unserer Gemeinde. Und wir wünschen uns, dass wir als Gemeinderat respektvoll miteinander umgehen und zusammenstehen.“

„Dinge passiert, die nicht aufbauend waren“

In dem Zusammenhang erzählte sie von Anfeindungen, die es in den letzten Monaten in Ferschnitz gegenüber ihren Fraktions-Mitgliedern gegeben habe: „Da sind Dinge passiert, die nicht aufbauend waren. Aber wir sind keine Gefahr für irgendwen“, stellte sie klar, „Wir bringen nur vielleicht frischen Wind und neue Ideen ein.“.

Bürgermeister Michael Hülmbauer antwortete, wie wichtig ihm ebenfalls eine gute Zusammenarbeit zum Wohl der Marktgemeinde sei. „Lassen wir die Dinge, die auch während der Wahl passiert sind, hinter uns. Ihr wisst, ich hab‘ mich immer zurückgehalten. Keiner kann etwas dafür, was andere Leute tun oder sagen.“ Es sei jetzt natürlich ungewohnt, so eine starke Opposition im Gemeinderat zu haben. „Aber wir müssen das Miteinander in den Vordergrund stellen, alles ausreden und nicht ‚hinterrücks‘ agieren. Schauen wir positiv in die Zukunft. Ferschnitz hat das vierthöchste Bevölkerungswachstum im Bezirk. Das zeigt uns, dass vieles positiv ist in unserer Gemeinde“, bekräftigte er.

Es folgte die Wahl der fünf geschäftsführenden Gemeinderäte sowie der Vizebürgermeisterin: Hermine Berger (ÖVP) wurde mit 14 Stimmen (fünf ungültig) ins Amt bestellt.

Bereits festgelegt wurde auch die Neuordnung und -verteilung der Ausschüsse. Es gibt nach wie vor sechs – vier leiten die ÖVP („Bau, Ortskern, Raumordnung & Verkehr“, „Wirtschaft, Tourismus und Kultur“, „Schule und Kindergarten“ sowie „Finanzen“), zwei die Liste Vielfalt („Umwelt und Energie“ sowie „Familie, Generationen, Soziales und Bildung“).

Neu und auf Wunsch der Liste „Vielfalt“ entstand der Finanzausschuss – bislang gab es in Ferschnitz einen solchen nicht. „Wir sehen darin einen großen Schritt in Richtung Transparenz“, erklärt Ingrid Schwarzenbacher. „Damit sind wir der Liste entgegengekommen. Überhaupt haben wir uns bei den Ausschüssen rasch geeinigt“, sagt Bürgermeister Hülmbauer.