Klimaforscherin informierte über Klimawandel-Auswirkung. Die renommierte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb zeigte die Auswirkungen des Klimawandels auf. Bis zu sechs Grad mehr könnte es bereits 2100 in Österreich geben.

Von Daniela Führer. Erstellt am 05. April 2019 (04:00)
Daniela Führer
Die renommierte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb zeigte die extremen Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels auf.

„Ist es das Thema oder ist es der Name? Hoffentlich beides“, analysierte Umweltarbeitskreisleiterin Hedwig Schagerl das große Publikumsinteresse eingangs zu Klimaforscherin Helga Kromp-Kolbs Vortrag „Klimawandel/Klimakrise – Was nun?“ am Dienstag der Vorwoche im Gasthaus Affen-gruber. Und die rund 130 Besucher bekamen Antworten auf die brennende Frage des Vortragtitels.

Und diese beinhalteten nur wenig positive Zukunftsbilder. Aber gerade deswegen vermochten sie aufzurütteln. Die Wissenschaftlerin vermittelte sehr eindringlich, wie wichtig es ist, sofort Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel zu setzen.

„Die nächsten 15 Jahre sind kritisch. Das ist nicht irgendwann, das ist heute! Steigt die Temperatur weltweit um mehr als 1,5 Grad Celsius, sind die Auswirkungen dramatisch“, erklärte sie. „Doch mit den aktuellen Zusagen der Staatengemeinschaft kommen wir nach jetzigen Prognosen auf über drei Grad!“ Nicht nur würden so Extremereignisse wie Hitzewellen oder Fluten in Summe und Intensität stetig zunehmen. Weitere Auswirkungen seien Kriege, im Meer versinkende Städte samt Millionen „Klimaflüchtlinge“ oder ein Massentier- und pflanzenaussterben.

Temperaturen stiegen in Österreich um 2,3 Grad

Um eine Kehrtwende zu schaffen, müssten die CO2-Nettoemissionen in den nächsten 20 bis 30 Jahren weltweit auf Null reduziert werden. Dafür bedarf es umfassender politischer Entscheidungen – etwa den kompletten Austausch von fossiler durch erneuerbare Energie. „Es ist auch heute schon billiger, Windkraftanlagen zu errichten als Kohle- oder Atomkraftwerke“, zeigte sie auf. „Es muss in die Köpfe der Politiker in den Industrienationen hinein: Die zentrale Aufgabe ist es nun, den Klimawandel aufzuhalten!“

Daniela Führer
Mit Helga Kromp-Kolb (5.v.l.) als Vortragende gewann der Umweltarbeitskreis eine renommierte Wissenschaftlerin, die eine breite Zuhörerschaft anzog. Am Bild (von links): Bürgermeister Michael Hülmbauer, Claudia Reisinger, Hermine Berger, Peter Freund, Helga Kromp-Kolb, Viktoria Berger sowie Michael und Arbeitskreisleiterin Hedwig Schagerl.

In Österreich stieg die Durchschnittstemperatur bereits um 2,3 Grad an – die Erwärmung schreitet in einem Binnenland mit Gebirge schneller an als im globalen Vergleich. „Bis 2100 könnten die Temperaturen bei uns um bis zu 6 Grad steigen. Das verkraftet kein Wirtschaftszweig“, betonte Kromp-Kolb.

Persönlich appellierte sie an jeden, den eigenen Bedarf zu senken, betreffend Mobilität, Ernährung wie auch Konsum. Nur durch große gemeinsame Anstrengungen könne man der nächsten Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen.