Neuwahl und Abschied. Michael Hülmbauer wurde zum neuen Bürgermeister gewählt. Altbürgermeister Johann Berger blickte in einer bewegenden Rede noch einmal zurück.

Von Daniela Führer. Erstellt am 28. November 2014 (05:42)
Neues Team, neue Funktionen (v.l.): Harald Hochedlinger wurde als neuer Gemeinderat angelobt, VP-Gemeindeparteiobmann Josef Dorninger zum neuen Vizebürgermeister, Michael Hülmbauer zum neuen Bürgermeister und Johann Glack neu in den Gemeindevorstand bestellt.
NOEN, Schlemmer

Der Ferschnitzer Gemeinderat hat sich in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstagabend neu formiert. Der gesundheitsbedingte Rücktritt von Bürgermeister Johann Berger mit 10. November erforderte die Bestellung eines neuen Gemeinderates, eines geschäftsführenden Gemeinderates, Vizebürgermeisters und natürlich eines Bürgermeisters. Die Wahl ging im Beisein zahlreicher ehemaliger Gemeinderäte, Vertreter von Vereinen, Körperschaften, Schule und Kindergarten im Gasthaus Affengruber über die Bühne.

Zunächst wurde Landjugend NÖ-Leiter Harald Hochedlinger per Handzeichen einstimmig zum neuen Gemeinderat bestellt. Es folgten drei Wahlgänge, in denen jeder der 17 anwesenden Gemeinderäte anonym seine Stimme abgab.

Alle drei Wahlvorschläge der VP wurden fast einstimmig angenommen. Gemeinderat und Unternehmer Johann Glack wurde mit 15 von 17 abgegebenen Stimmen in den Gemeindevorstand gewählt und VP-Gemeindeparteiobmann Josef Dorninger mit 16 von 17 Stimmen zum Vizebürgermeister ernannt. Michael Hülmbauer gaben 15 von 17 Gemeinderäten ihre Stimme und kürten ihn zum neuen Bürgermeister.

Berger: „Es war eine wundervolle Zeit“

Eine Stimme fiel auf Hemine Berger, eine war ungültig. „Ich danke euch für die Fasteinstimmigkeit und für diesen großen Vertrauensvorsprung“, erklärte Hülmbauer nach seiner Bestellung. Neben der „erblichen Vorbelastung“ – sein Vater und Großvater waren ebenfalls Bürgermeister – war es vor allem der Zuspruch der Bevölkerung, der ihn zur Amtsübernahme bewegt habe. „Ich habe bei Johann Berger zwar gesehen, wie anstrengend die Arbeit ist, aber es überwiegen doch die positiven Seiten. Man kann vor Ort viel bewegen“, ist er sich sicher.

Schließlich streute er seinem Vorgänger Rosen: „Es ist in unserer Gemeinde viel geschehen und das haben wir dir zu verdanken. Ich weiß, der Abschied fällt dir nicht leicht“, sagte Hülmbauer zu Berger. Schließlich präsentierte er noch eine Statistik zur Amtsführung seines Vorgängers: „Du warst als Bürgermeister bei rund 300 Gratulationen und hast rund 100 Gemeinderatssitzungen geleitet. Bis zuletzt hast du den Wir-Gedanken gelebt.“ Er hob auch zahlreiche Projekte hervor, die Berger in seiner Laufbahn umgesetzt und begleitet hat.

Schließlich ergriff der frischgebackene Altbürgermeister das Wort und hielt eine berührende Ansprache. „Die 15 Jahre als Bürgermeister waren eine wunderbare Zeit.“ Es sei die Zahl drei, die seine Amtszeit geprägt habe: „Ich habe drei Gemeinderatswahlen geschlagen, war drei Perioden im Amt, ich habe drei Feuerwehr-Kommandanten, drei Kapellmeister, drei Kameradschaftsbundobmänner, drei Amtsleiter gehabt und drei Vizebürgermeister verbraucht“, lachte Berger. „Aber das schönste war, dass ich vor 33 Jahren meine Frau kennengelernt habe. Ich möchte mich bei Sabine und meiner Familie, die mich immer getragen hat, am meisten bedanken.“