Erstellt am 26. Mai 2015, 09:26

von Hermann Knapp

FF-Kritik: „Für Ordnerdienste sind wir nicht da“. FF-Kommandant Blutsch wirft Gemeinden vor, Wehren für Hilfsdienste zu „vergewaltigen“.

„Feuerwehren sind nicht für Ordnerdienste da“, sagt Armin Blutsch. Archiv  |  NOEN, NLK Filzwieser
„Die Feuerwehren werden von den Gemeinden vergewaltigt, bei Veranstaltungen Ordnerdienste zu leisten. Aber dafür sind sie nicht da, ihre Aufgabe ist die Brandsicherheitswache!“ In seiner bekannt unverblümten Art wies Bezirksfeuerwehrkommandant Armin Blutsch die Ortschefs bei der Bürgermeisterkonferenz in der Vorwoche auf eine Praxis hin, die seiner Meinung nach rasch abgestellt werden muss.

Blutsch sorgt sich darum, wer haftet, sollte einmal etwas passieren. „Nehmen wir an, ein Feuerwehrmann weist ein Auto ein und das rutscht dabei unglücklicherweise eine Böschung hinunter. Wer ist dann für den Schaden verantwortlich?“

Für ihn, so Blutsch, sei es kein Problem, wenn ein Bürgermeister eingesperrt werde, doch seine Feuerwehrkommandanten wolle er davor bewahren.

Pressl will auch mit Versicherungen reden

Der Obmann des ÖVP-Gemeindevertreterverbandes Bürgermeister Hannes Pressl aus Ardagger nimmt die Kritik Blutschs zwar ernst, versucht aber den Ball flach zu halten.

„Bisher war es in den Gemeinden gang und gäbe, dass alle zusammenhelfen und da hat die Feuerwehr oft Ordnerdienste übernommen. Aber natürlich werden wir keinen Feuerwehrmann im Regen stehen lassen, sollte ein Unfall passieren und sich die Haftungsfrage stellen.“

Der Gemeindevertreterverband werde sich Gedanken darüber machen. „Notfalls müssen wir uns am freien Markt nach Ordnerdiensten umsehen.“

Pressl will aber auch mit Versicherungen reden. Er verweist auf ein Modell der Dorferneuerung. „Wenn da zum Beispiel jemand im Rahmen eines Freiwilligendienstes mit einem alten Menschen zum Arzt fährt, gibt es dafür eine Versicherung. Vielleicht wäre so etwas ja auch für Ordnerdienste denkbar.“

Freiwilligenwesen muss erhalten werden

Trotz aller rechtlichen Vorschriften ist Pressl sehr daran gelegen, auch das Freiwilligenwesen zu erhalten.

Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer lässt sich von Blutschs Kritik nicht irritieren. „Wir werden uns das wie bisher mit unserer Feuerwehr ausmachen“, erklärt sie.

Das sieht auch Weistrachs Ortschef Erwin Pittersberger so. Private Ordnerdienste für Feste zu engagieren, das ist für ihn keine Alternative. „Dann gibt es eben keine Ordnerdienste mehr.“