Erstellt am 03. August 2015, 09:33

von Daniela Führer

Fischsterben: 2.500 Euro für Hinweise. Alfred Umdasch, Fischereiberechtigter jenes Url-Abschnittes, der am vorletzten Wochenende stark verunreinigt wurde, sucht die Verantwortlichen des Fischsterbens.

Freiwillige Helfer sammelten am Samstag die toten Tiere ein. 450 Kilo wurden aus dem Gewässer gezogen. Man geht jedoch davon aus, dass 800 bis 900 Kilogramm Fische starben.  |  NOEN, privat

Alfred Umdasch, Miteigentümer der Umdasch Group, reicht‘s. Am vorletzten Wochenende wurde die Url bei Winkling und Pilsing von unbekannten Umweltsündern stark verseucht. Tausende Fische verendeten im Gewässer – die NÖN berichtete:


Und das geschah nicht zum ersten Mal. In der Vergangenheit ereigneten sich wiederholt Verschmutzungen, etwa durch den Einlass von Gülle.

450 Kilogramm verendete Fische am Samstag

Dieses Mal ist das Ausmaß aber besonders fatal. „Es wurden tausende Fische aller Arten, zum Teil auch seltener, geborgen“, erklärt Franz Kashofer, Umweltschutzbeauftrager und Leiter der Abteilung Chemistry & Environment der Firma Doka.

„Selbst große, bis zu sieben Kilo schwere Karpfen, die als robust gegen hohe Wassertemperaturen und geringes Sauerstoffangebot gelten, waren betroffen“, berichtet er.



Alleine am Samstag hätten freiwillige Helfer 450 Kilogramm verendete Fische aus dem Fluss gezogen. „Wir vermuten, dass der wirkliche Verlust bei 800 bis 900 Kilogramm liegen wird. Die gesamte Auswirkung auf die Gewässerökologie ist noch nicht abschätzbar. Von einer massiven Schädigung ist auszugehen.“



Daher startet der Fischereiberechtigte des Flussabschnittes, Alfred Umdasch, jetzt eine private Suchaktion nach dem Umweltsünder. Er bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung und stellt für sachdienliche Hinweise eine stolze Belohnung von 2.500 Euro in Aussicht.

„Es geht einerseits um den verursachten Schaden, andererseits aber auch darum, künftig derartige Vorfälle zu verhindern“, erklärt er in einem Schreiben an die NÖN.

Wurde Milch oder Milchprodukt eingelassen?

Die Schadstoffeinleitung passierte zwischen Freitagabend, 24. Juli, und Samstagmorgen, 25. Juli, oberhalb des Kraftwerkes Atzenhofer bei Öhling. „Es wurde eine weiße Verfärbung des Flusswassers festgestellt. Am Ufer konnte man einen käsigen Geruch wahrnehmen“, berichtet Kashofer.

Vermutet werde, dass Milch oder ein Milchprodukt eingelassen wurde. „Aufgrund des Ausmaßes des Fischsterbens gehen wir davon aus, dass ein Volumen von mehreren Kubikmetern in die Url eingeleitet wurde“, berichtet Kashofer.

Die Gewässeraufsicht der Bezirkshauptmannschaft, die seit vorletztem Sonntag ermittelt, untersucht gezogene Wasserproben. Ergebnisse gibt es noch keine, erklärt Bezirkshauptmann Martina Gerersdorfer.

Hinweise an Alfred Umdasch ergehen an: 0664/8311734 oder fischsterben_url@gmx.at .