Christoph Haider: "Bin kein Corona-Leugner"

Einigen Medienrummel verursachte die Ankündigung des Fitnessclub-Betreibers Christoph Haider, am Montag um 9 Uhr, seinen Fitnessclub in Amstetten, den er erst am 6. März eröffnet hatte und nach einer Woche coronabedingt wieder schließen musste, aufzusperren. Das tat er dann aber doch nicht.

Aktualisiert am 04. Mai 2020 | 14:38
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Fitnessclub-Betreiber Christoph Haider (rechts) kündigte vor Medienvertretern an, nicht aufzusperren.
Foto: Otmar Gartler

"Ich bin kein Corona-Leugner aber mir ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen und auf die Ungleichbehandlung mancher Betriebe aufmerksam zu machen. Es macht aber auch keinen Sinn, den Märtyrertod zu sterben", betonte Haider vor den vor dem Eingang seines Fitnessstudios versammelten Medienvertretern.

Er werde sich an die Vorgaben der Regierung halten und noch nicht aufsperren. Haider kündigte jedoch an, den Geschäftsbereich, wo Kunden seine Produkte - Proteinshakes oder Faszienrollen - erwerben können, offen zu halten. Die genauen Öffnungszeiten wird er noch bekanntgegeben.

Kanzler rief Samstagabend an

Haider bestätigte zudem in einem auf die Facebook-Seite des Clubs gestellten Video, dass er Samstagabend 20 Minuten mit Bundeskanzler Sebastian Kurz telefoniert habe. Dieser habe versprochen, dass sich am Montag jemand aus dem Kanzleramt bei ihm melden werde. Somit könne ein rechtlicher Rahmen gefunden werden, "der für alle in Ordnung ist und in dieser Situation rechtskonform ist."

Ihm sei nach seiner Ankündigung per Mail gedroht worden, es solle mit ihm das Schlimmste passieren, sagte Haider gegenüber den angereisten Medienvertretern und Passanten. Er sei aber ein normaler Unternehmer und wolle auch keine Menschen gefährden. Deshalb sperre er nun nur die Handelsfläche auf, wo alles genehmigt sei. Sämtliche Bereiche, wo es irgendwie eine Rechtsübertretung gebe, nicht.

Wann Fitnessstudios aufsperren können sei letztlich eine gesundheitspolitische Frage, sagte Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) am Montag anlässlich eines Gesprächs mit den Sozialpartnern auf Journalistenfragen. Ursprünglich habe man gedacht, dass das erst im Sommer oder Herbst möglich sein werde, aber "wir denken jetzt daran, dass das in dieser Welle am 29. Mai schon geschehen kann". Klar sei, dass mindestens zwei Meter Abstand eingehalten werden müsse.

Am 15. Mai starte "praktisch alles im Sport, aber Outdoor" und am 29. Mai der Indoor-Sport "und da würden ja in gewisser Weise Fitness-Center dazugehören". Man müsse mehr darauf achten, dass es sich um Gewerbebetriebe handle, die "eingeladen sind, Hilfspakete in Anspruch zu nehmen". Man solle die Freigabe von Fitnessstudios auch mit der Vorgangsweise in anderen Ländern abgleichen, "ich bin ja gespannt, wie das andere Länder regeln", so Kogler.