Florianis aus dem Bezirk suchten in Belgien Überlebende. Fünf Feuerwehrmitglieder aus dem Bezirk Amstetten sind am Freitag früh mit insgesamt 120 niederösterreichischen Einsatzkräften der Feuerwehren in Belgien eingetroffen, um die lokalen Feuerwehren bei der Hochwasserkatastrophe zu unterstützen.

Von Wolfgang Zarl. Erstellt am 17. Juli 2021 (10:50)

„Ihr Ziel war die Region rund um die Stadt Lüttich, genauer gesagt die Stadt Pepinster“, berichten Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Katzengruber (FF Euratsfeld) und sein Stellvertreter Josef Fuchsberger (FF Ernsthofen). Weiters waren aus dem Bezirk Amstetten Thomas Gunsch vom Katastrophenhilfsdienst (KHD, FF Weistrach) und die beiden Zillenfahrer Florian Wolfslehner und Andreas Koppler (beide FF St. Valentin) vor Ort.

Katzengruber und Fuchsberger zeigen sich betroffen vom Ausmaß der Zerstörungen. Gleichzeitig sind sie dankbar, dass die Feuerwehr helfen konnte. Sie verweisen auch auf die schnelle Einsatzbereitschaft: „Innerhalb weniger Stunden haben wir Niederösterreicher ein routiniertes und professionelles Team aufgestellt.“

Teils eingestürzte oder schwer beschädigte Häuser, in den Fluten versunkene Autos, eine zerstörte Infrastruktur und viel menschliches Leid. Der NÖ Hilfskonvoi der Feuerwehr, der nach 12-stündiger Fahrt am Freitag gegen fünf Uhr früh das Katastrophengebiet erreicht hat, suchte in dem Hochwasserchaos nach Überlebenden.

Kein Bewohner von Theux, einer Stadt mit etwa 12.000 Einwohnern, kann sich an eine derartige Flutkatastrophe erinnern. Innerhalb kurzer Zeit erreichte der Bach „Hoegner" einen noch nie erreichten Rekordpegel und entwickelte sich zu einem reißenden Fluss.

Das Wasser stand in der Stadt teilweise bis zu 2,5 Meter hoch. Die Strömungsgeschwindigkeit war so enorm, dass Autos wie Zündholzschachteln wegschwemmt und ein Großteil aller Gebäude massiv beschädigt wurden.

Die örtliche Einsatzleitung befürchtet, dass in den teilweise bereits eingestürzten Objekten noch Personen verschüttet sein könnten. Die NÖ Feuerwehrkräfte waren aus diesem Grund damit beschäftigt, mögliche Opfer zu lokalisieren.

Gleichzeitig mussten die Feuerwehrleute auch alle Autowracks durchsuchen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass noch Menschen in den Fahrzeugen eingeschlossen waren. Zu schweren Schäden hat die Flut auch an der Infrastruktur geführt. Der Strom ist durch gebrochene Masten teilweise ausgefallen, in Straßen und auf Gehsteigen klaffen riesige Löcher im Asphalt.

Nachdem der Wasserspiegel des „Hoegners“ wieder gesunken ist, offenbart sich nun das gesamte Ausmaß der Hochwasserkatastrophe. Ein Großteil der Wohnhäuser ist völlig verwüstet, viele Familien haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren.

Der Hilfseinsatz der NÖ Feuerwehren hat zu rührenden Sympathiekundgebungen geführt. Viele Menschen sind den Einsatzkräften um den Hals gefallen und haben sich für die rasche Hilfe aus Niederösterreich bedankt. Katzengruber und Fuchsberger erzählen, dass sich die Menschen von Pepinster als sehr dankbar zeigten.

Aufgrund des schnell gesunkenen Hochwasserpegels beendeten alle sechs beteiligten Hilfskräfte inzwischen ihren Einsatz und sind wieder auf dem Rückweg.