Erstellt am 10. August 2015, 14:01

von Daniela Führer und Leo Lugmayr

Flüchtlinge: Rotes Kreuz schreitet ein. Die Rot-Kreuz-Dienststellen im Bezirk kümmern sich um die Beherbergung und Betreuung von Flüchtlingen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Lucas Merhaut, Bezirksstellenleiter Andreas Hanger und Bezirksstellengeschäftsführer Wolfgang Frühwirt (v.l.) montierten die ersten Feldbetten im ehemaligen Schulungsraum der Rot-Kreuz-Bezirksstelle Waidhofen. Foto: Lugmayr  |  NOEN, Leo Lugmayr

„Ziel des Roten Kreuzes NÖ ist es, aufgrund der humanitären Notlage, Flüchtlinge, die bereits obdachlos sind oder denen dies droht, bis auf Weiteres behelfsmäßig unterzubringen und zu betreuen“, erklärte Willi Sauer, Präsident des Roten Kreuzes NÖ.

In ganz Niederösterreich sollen durch die Initiative des Roten Kreuzes unter anderem rund 500 Unterkunftsplätze für Flüchtlinge geschaffen werden. Jede Rot-Kreuz-Bezirksstelle in NÖ ist in diesem Zusammenhang aufgerufen, zu helfen.

Laut diesen Vorgaben werden in den nächsten Tagen im Bezirk Amstetten von den Rot-Kreuz-Bezirksstellen Waidhofen/Ybbs, Haag und St. Peter Räumlichkeiten zu Unterkünften umfunktioniert.

„Können spontan und unbürokratisch helfen“

Die Bezirksstelle Amstetten übernimmt wiederum die Akutversorgungen, die durch das Aufgreifen von Flüchtlingen – im Autobahnabschnitt A1-Amstetten Ost bis A1-St. Valentin sowie im Zuständigkeitsbereich der Bezirksstelle Amstetten – entstehen. Das Spektrum reicht dabei von der Lagebeurteilung über die Verpflegung bis zur kurzfristigen, zeitlich begrenzten Unterbringung auf der Bezirksstelle.

„Die Ereignisse der letzten Wochen haben gezeigt, dass wir hier spontan und unbürokratisch helfen können. Wir müssen davon ausgehen, dass diese Einsätze zunehmen. Eine zusätzliche Einquartierung ist daher in Amstetten derzeit nicht machbar“, erklärt Amstettens Bezirksstellengeschäftsführer Andreas Teufel.

Die Bezirksstelle St. Peter/Au hat sich entschlossen, fünf Flüchtlinge aufzunehmen. Nähere Details gibt es aber noch nicht. „Wir sind gerade dabei, alles zu organisieren“, informiert Bezirksstellenleiterin Katharina Latschenberger.

Sie und die Rot-Kreuz-Mitarbeiter in St. Peter/Au befürworten die Unterbringung von Flüchtlingen in den Rot-Kreuz-Dienststellen: „Irgendwer muss auch ‚Ja‘ sagen zur Unterbringung von Flüchtlingen und das tun wir jetzt.“

Ex-Schulungsraum als Quartier in Waidhofen

In Stadt Haag laufen die Vorbereitungen ebenfalls auf Hochtouren. Wo, wie viele und wann Flüchtlinge hier ein Quartier erhalten werden, darüber wird aktuell noch beraten.

In der Bezirksstelle Waidhofen/Ybbs ist es schon klarer: Der ehemalige Schulungsraum im Keller soll zehn Personen Platz bieten. Auch eine Küche und sanitäre Einrichtungen stehen zur Verfügung. Duschgelegenheiten finden sich in der nahen Sporthalle.

Für Bezirksstellenleiter Andreas Hanger ein Gebot der Stunde: „Die Unterbringung von teilweise stark traumatisierten Menschen in großen Flüchtlingslagern ist problematisch.“

„Wir übernehmen die Registrierung, zahlen das Taggeld aus und sind rund um die Uhr rufbereit, aber die Menschen versorgen sich dann zur Gänze selbst“, sagt Bezirksstellengeschäftsführer Wolfgang Frühwirt. „Sie sind Gäste in unserem Haus, denen wir ein Dach über dem Kopf bieten.“

Die Aufrechterhaltung des Regelbetriebes bleibt natürlich gewährleistet, betonen die Verantwortlichen des Roten Kreuzes.